Hungaroton HCD 32252
1 CD • 71min • 2004
22.12.2004
Künstlerische Qualität:
Klangqualität:
Gesamteindruck:
In Windeseile mußte Baldassare Galuppi (1706-1785) Anfang Oktober 1758 die Kantate L’Oracolo del Vaticano (Der Weise des Vatikans) komponieren. Auch Carlo Goldoni, dem Dichter des Librettos, waren nur zwei Tage zur Erfüllung seiner Aufgabe geblieben, standen die Feierlichkeiten in Venedig anläßlich der Erhebung des Bischof von Vicenza zum Kardinal, während derer das Werk erklingen sollte, doch unmittelbar bevor. Dabei ging es angesichts des kritischen Publikums in der Lagunenstadt nicht an, sich die Aufgabe mit Anleihen aus früheren Kompositionen zu erleichtern, wie es bei anderen Kollegen gang und gäbe war. Hier war nagelneue Musik gefragt, und Galuppi konnte lediglich zwei Arien aus Opern, die nie zuvor in Venedig gespielt worden waren, in die neue Kantate schmuggeln. Allegorische Figuren der Demut und der Ehre wetteifern in Goldonis Text darin, der Gerechtigkeit die Vielfalt der Vorzüge des frischegebackenen Kardinals zu schildern, bis alle drei Figuren in jenen finalen Jubel ausbrechen, der eine Huldigungsmusik zu beschließen pflegt. Galuppi unterzog sich seiner kompositorischen Aufgabe routiniert, doch bietet er seinem Publikum eine besonders in ihrer Instrumentierung abwechslungsreiche Musik.
Von den drei Sängern enttäuscht der Tenor Tamás Kóbor in der Rolle der Demut ein wenig mit verschatteter Stimme und nicht völlig souveräner Koloraturtechnik, während Mónika González als Ehre und besonders Edit Károly als Gerechtigkeit Vergnügen bereiten. Das Orchester agiert vital und tonschön.
Detmar Huchting [22.12.2004]
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Komponisten und Werke der Einspielung
Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
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CD/SACD 1 | ||
Baldasare Galuppi | ||
1 | L' Oracolo del Vaticano (Cantata a tre voci e strumenti) |
Interpreten der Einspielung
- Mónika González (Il metrio - Sopran)
- Edit Károly (La Giustizia - Sopran)
- Savaria Baroque Orchetsra (Orchester)
- Tamás Kóbor (L' Umiltà - Tenor)
- Fabio Pirona (Dirigent)