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CD-Besprechung

Schubert – An den Mond

Schubert – An den Mond

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 06.12.04

Klassik Heute
Empfehlung

harmonia mundi HMC 901822

1 CD • 76min • 2003, 2004

Guter Mond, du gehst so stille heißt es in einem alten Volkslied, dessen schlichter Text alles ausdrückt, was die romantische Gefühlswelt mit dem vielbesungenen „Wanderer am Himmel“ verbindet: der Mond als Trostspender, als Lebensbegleiter, als Symbol für Ruhe und Unbeirrbarkeit. Auch unter Schuberts zahlreichen Mondliedern finden sich solche Gedankengänge, wohl am am deutlichsten ausgedrückt im Wanderer an den Mond (nach Worten Johann Gabriel Seidls): Ich auf der Erd‘, im Himmel du, wir wandern beide rüstig zu.

Die harmonia mundi-Aufnahme präsentiert eine sehr gelungene Auswahl von Schubert-Liedern, die nicht ausschließlich, doch fast immer einen Bezugspunkt zum vorgegebenen Motto, zu Nacht- und Naturstimmungen aufweisen. Auffallend, daß eines der berühmtesten Mondlieder Schuberts, Goethes Füllest wieder Busch und Tal in die Sammlung nicht aufgenommen wurde. Doch es scheint Prinzip gewesen zu sein, die Auswahl unter den weniger bekannten Stücken zu treffen. So wurde auch beim Wanderer nicht die Version mit dem Text Schmidts von Lübeck gewählt, sondern die kaum weniger bedeutende Vertonung von Friedrich Schlegels Gedicht (Wie deutlich des Mondes Licht zu mir spricht.) Weitere Kostbarkeiten des Programms sind An die Äpfelbäume, wo ich Julien erblickte (Hölty), vielleicht das schwärmerischste aller Liebeslieder Schuberts, die pessimistische und doch wiederum versöhnliche Lebensbetrachtung An den Mond in einer Herbstnacht (Schreiber) das wehmütige Zügenglöcklein (Seidl) und noch vieles andere mehr.

Dietrich Henschel zählt ebenso wie sein Bariton-Kollege Roman Trekel zu den erfreulichsten, frischesten Erscheinungen im deutschen Liedgesang. Die sympathische, unkomplizierte und doch keineswegs oberflächliche Vortragsweise, die tiefe Einfühlung und sprachliche Intensität, all das nimmt vom ersten Ton und Wort an gefangen. Henschel hat es nicht nötig, bei Liedern düstern Inhalts gleichsam eine Grabesmiene aufzusetzen, er vermag selbst in so lebensverneinenden Gesängen wie Totengräbers Heimwehe (Craigher) ein positives Licht aufleuchten zu lassen. Nach meiner Auffassung steht Henschel als Lied-Interpret auf einer erheblich höheren Stufe als der oft hochgepriesene Matthias Görne. Sein Schubert-Konzert ist als große und großartige Darbietung zu werten, an der auch der hervorragende und mitfühlende Klavierbegleiter Helmut Deutsch seinen Anteil hat.

Clemens Höslinger [06.12.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Schubert Der Wanderer an den Mond D 870
2 Sehnsucht D 879
3 Im Freien D 880
4 An die Apfelbäume, wo ich Julien erblickte D 197 (1815)
5 Liebesrausch D 179 (1815)
6 Lebensmut D 883 (1826)
7 Der Schiffer D 536
8 Lied eines Schiffers an die Dioskuren op. 65 Nr. 1 D 360
9 Auf dem Wasser zu singen op. 72 D 774
10 Meeres Stille op. 3 Nr. 2 D 216
11 Der Zwerg op. 22 Nr. 1 D 771
12 Totengräber-Weise D 869
13 Nachtstück c-Moll op. 36 Nr. 2 D 672
14 Das Zügenglöcklein D 871 (1826)
15 Totengräbers Heimwehe D 842
16 An den Mond in einer Herbstnacht D 614 (1818)
17 Der Wanderer op. 65 Nr. 2 D 649
18 Über Wildemann D 884
19 Wehmut D 772 (1822)
20 Auf der Bruck D 853

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Dietrich Henschel Bariton
Helmut Deutsch Klavier
 
HMC 901822;0794881753826

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