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CD-Besprechung

harmonia mundi HNC 901854

1 CD • 64min • 2004

26.11.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Soll man päpstlicher als der Papst sein? Auf seiner CD mit drei Klavierkonzerten Joseph Haydns, gespielt auf einem historischen Instrument (korrekter: auf der modernen Kopie eines Wiener Walter-Pianofortes von 1785), trägt Andreas Staier ein Stück vor, das entschieden nicht für dieses Instrument gedacht war. Das F-Dur-Concerto Hob. XVIII:6, entstanden wahrscheinlich bereits um 1755, war für Cembalo oder wohl noch eher für die Orgel bestimmt. Immerhin und zugegeben: das Duettieren mit der obligaten Solo-Violine (von Konzertmeister Gottfried von der Goltz) gewinnt hier durchaus aparten Reiz. So sei die Moral: Auch auf dem sogenannten authentischem Feld mag den Interpreten eine gewisse Freiheit zugestanden sein.

Die zwei späteren Stücke G-Dur Hob. XVIII:4 und D-Dur Hob. XVIII:11, die beiden einzigen zu Haydns Lebzeiten gedruckten Klavierkonzerte, waren dagegen für „Clavicembalo o Forte piano“ definiert. Vor allem das D-Dur-Werk ist ein Reifezeugnis des Meisters und für den Solisten fast so dankbar wie ein Mozart-Konzert. Andreas Staier, längst eine Kapazität auf diesem Gebiet, lässt sich nicht zweimal bitten. Von seiner Souveränität zeugt gerade der ungezwungene – aber nie aufdringlich demonstrierte – Umgang mit den Verzierungen. Hie und da streut er sogar ein paar Rubati und sonstige lockere Freizügigkeiten ein; die Kadenzen stattet er sowieso sehr eigenwillig aus. Ein schöner Beweis dafür, wie sich das Musizieren „on period instruments“ aus dem Korsett der akademischen Rigorosität emanzipiert hat.

Mario Gerteis † [26.11.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Joseph Haydn
1Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur Hob. XVIII:4
2Konzert F-Dur Hob. XVIII:6 für Violine, Klavier und Tiefe Streicher
3Konzert D-Dur op. 21 Hob. XVIII:11 für Klavier und Orchester

Interpreten der Einspielung

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