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CD-Besprechung

cpo 999 447-2

1 CD • 53min • 1996, 1997, 1999

26.07.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Große Ausdrucksstärke bei Beschränkung des Klaviersatzes auf das Essentielle, innerer Reichtum gegenüber äußerer Schlichtheit, rhythmische und harmonische Vielfalt auf der Basis der einfachen Grundstruktur des Strophenliedes – dies sind die Merkmale von Brahms’ Reifestil in der Liedgattung. Zwischen 1851 und 1888 hat er neben 20 Duetten und 60 Quartetten über 200 Sololieder geschaffen, wobei die tatsächliche Zahl noch weit mehr betrug, hätte der Komponist nicht selbst ihm zu schwach erscheinende Werke ausgesondert. Wie schon mehrfach zuvor, gruppierte Brahms im Frühjahr 1882 die Liedproduktion der vergangenen Jahre seit etwa 1877 in drei Sammlungen mit den Opuszahlen 84 bis 86. Die fünf Lieder opus 94 sind dann 1884 entstanden. Allen vier Sammlungen gemeinsam ist die Vorliebe für Volkslieder, dabei weniger im Sinn von Authentizität als von volkstümlichem Ausdruck. Noch ein zweiter, ganz anderer Grundtenor herrscht vor: Vergänglichkeit, Todesnähe, Liebesschmerz, Sehnsucht nach der Jugendzeit, oft verknüpft mit Naturschilderungen. Auffällig ist Brahms’ Bevorzugung von wenig bekannten, heute meist vergessenen Dichtern, deren schlichte Textvorlagen durch seine Vertonung eindrucksvoll künstlerisch aufgewertet werden. Brahms’ Biograph Max Kalbeck sprach sogar davon, dass „der Tondichter zu Ende dichtete, was der Text auszusprechen bleiben lassen musste“.

Während in op. 84 und 85 der Volkston dominiert, wobei op. 84 ausschließlich Dialoglieder enthält, sind in op. 86 und 94 – explizit für tiefe Stimme gesetzt – Wehmut und Sehnsucht die Grundtöne. Die drei hier zusammenwirkenden Sänger Andreas Schmidt – auf den der Löwenanteil des Programms entfällt –, Juliane Banse, Iris Vermillion und auch der Pianist Helmut Deutsch teilen ein gleichmäßig hohes künstlerisches Niveau, das sie bereits in einer ganzen Reihe eigener hochkarätiger Liedeinspielungen demonstrieren konnten. Erfreulicherweise haben sie sich die Frische und Spontaneität des interpretatorischen Zugriffs und die unverbrauchte Intaktheit ihrer Stimmen bewahrt. Auch in der Natürlichkeit des erzählerischen Zugriffs, der ohne Sentimentalität und Manieriertheit auskommt, sind sich alle drei Sänger einig.

Kurt Malisch † [26.07.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Brahms
1Romanzen und Lieder op. 84 Nr. 1-5
2Sechs Lieder op. 85
3Sechs Lieder op. 86 (1877/1879)
4Fünf Lieder op. 94

Interpreten der Einspielung

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