Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

CD-Besprechung

Cedille CDR 90000 077

1 CD • 64min • 2002, 2003

04.08.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Als Robert Kurka 1957 starb, war er nicht einmal 36 Jahre alt. Doch in seinem kurzen Leben hat der in Cicero bei Chicago geborene Sohn tschechischer Auswanderer mehr als zwei Dutzend Kompositionen verfaßt, darunter die Suite Der brave Soldat Schwejk nach Skizzen eines gleichnamigen Opernprojekts, das er schließlich im Angesicht des Todes tatsächlich noch so weit vorantreiben konnte, dass sich daraus recht leicht eine Aufführungsfassung herstellen ließ.

Schwer ist es natürlich bei fast jedem dieser tragisch-fragmentarischen Künstlerleben, eine einigermaßen annehmbare Einschätzung abzugeben. Kurkas Musik ist, soweit uns die vorliegende CD erkennen lässt, voll trickreicher Rhythmen und jazziger Synkopen, schöner harmonischer und instrumentatorischer Einfälle – und sie riskiert weite lyrische Bögen, die manchmal nur haarscharf dem Einsturz entgehen wie in dem Symphonischen Epilog zu Julius Caesar oder im Kopfsatz der ansonsten sehr schönen, von Walt Whitman-Gedichten inspirierten Serenade op. 25, die mich von allen hier eingespielten Werken am meisten überzeugt hat: Der Anfang des zweiten Satzes aus eben dieser Serenade zeigt, dass Kurka richtig schöne, große Melodien erfinden und Steigerungsbögen errichten konnte, die sicherlich ihre Zukunft gehabt hätten, und auch das quirlige Scherzo böte einigen Sprengstoff, wenn das Chicagoer Grant Park Orchestra unter Leitung seines argentinischen Chefdirigenten nicht gerade hier auf Sparflamme geschaltet hätte und die überaus pointierten, frechen Farbspritzer förmlich unter den Tisch gefallen wären.

Bedenklicher ist allerdings die äußerliche Präsentation. Das einsprachige, durch ungeschicktes Layout und überflüssige Eigenwerbung auf acht Seiten gestreckte, zudem grob zusammengetackerte und mit einem teils verwackelten Coverphoto versehene Beiheft hat Robert Kurka sicherlich nicht verdient. Eine Veröffentlichung, die mit zwei Weltersteinspielungen prunken möchte und sich überdies der finanziellen Unterstützung des Aaron Copland Fund for Music rühmt – gerade die hätte den insgesamt anerkennenswerten Inhalt nicht unbedingt wie ein Billigangebot verpacken sollen.

Rasmus van Rijn [04.08.2004]

Anzeige

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Robert Kurka
1Julius Caesar op. 28 (Sinfonischer Epilog nach Shakespeare)
2Sinfonie Nr. 2 op. 24
3Music for Orchestra op. 11
4Serenade for Small Orchestra op. 25

Interpreten der Einspielung

Vorherige ⬌ nächste Rezension

05.08.2004
»zur Besprechung«

 / BIS
" / BIS"

04.08.2004
»zur Besprechung«

Legacies 5 – Amadinda & Friends / Hungaroton
"Legacies 5 – Amadinda & Friends / Hungaroton"

Das könnte Sie auch interessieren

26.10.2005
»zur Besprechung«

The Romantic Cello Concerto Vol. 1 / Hyperion
"The Romantic Cello Concerto Vol. 1 / Hyperion"

20.02.2004
»zur Besprechung«

 / Cedille
" / Cedille"

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige