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CD/SACD surround-Besprechung

Sony Classical SK 93100

1 CD/SACD surround • 74min • 2003

25.10.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Diese CD ist, wie schon das Titelbild und vier weitere, allerdings diskrete Fotos des Booklets zeigen, ein Portrait des Cellisten Jan Vogler. Im Begleittext erinnert sich der Solocellist der Staatskapelle Dresden an ein besonders prägendes Erlebnis: den Besuch eines Konzertes, in dem ihn vor allem Richard Strauss’ Don Quixote begeisterte.

Zu loben ist die intelligente Zusammenstellung dieser CD. Neben den bekannten Fantastischen Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters, engagiert sich Jan Vogler für die frühe Romanze für Violoncello und Orchester, die Strauss 1883 komponierte und die Cellosonate des jungen Strauss. In beiden Werken hört man einerseits den jungen Strauss, noch stark im Banne der Klassik stehend, wie man ihn auch aus seinen frühen Klavierstücken kennt, wobei in der Romanze schon späteres antizipiert wird. Diese Romanze fasziniert den Solisten Vogler „durch ihre kompositorische Eleganz“ und gleichzeitig als „ein Symbol für die neue Rolle des Cellos als Gesangsstimme, die sich in der deutschen Spätromantik vehement zu Wort meldet“. Strauss lässt das Cello hier nicht nur einen großen Ton sondern auch viele Ausdrucksschattierungen entfalten. Vogler geht ganz in der Rolle des Sängers auf. Die Cellosonate spielen Jan Vogler und Louis Lortie mit großem Ton, aber auch Charme und Temperament.

Der Don Quixote hingegen gerät enttäuschend, vor allem aufgrund der unzureichenden musikalischen Inszenierung: Was nützt es, wenn der Solist die Facetten seines Parts ausleuchtet – Vogler spielt nobel, singend, zart, drängend, zupackend, zurückhaltend, schlüpft mal in die Rolle des extrovertierten, mal des introvertierten Helden – und sehr beredt spielt, doch das Orchester da nicht recht mithalten kann (bzw. darf). Die Staatskapelle musiziert Strauss, der doch zu ihren Paradestücken gehörte und gehört, wenig aufregend, ohne seidigen Glanz der Geigen, ohne sinnliche tiefe Streicher, ohne suggestiven Bläserklang. Hier fehlt der aufrauschende Klang, der dieses Werk auszeichnet. Es klingt stattdessen nüchtern, ja harmlos. Der Ritt durch die Lüfte beispielsweise ist ein eher ein harmloses Gleiten. Man höre nur einmal, welchen Sturm beispielsweise Antonio Janigro mit dem Chicago Symphony Orchestra unter Leitung von Fritz Reiner entfalten oder wie das mit Paul Tortelier und der Staatskapelle Dresden unter Rudolf Kempes Leitung klingt. Fabio Luisi, immerhin doch der künftige Chefdirigent dieses Orchesters, „zaubert“ leider nichts! Da denkt man wehmütig an Kempe, Böhm oder Sinopoli.

Dr. Helge Grünewald [25.10.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Strauss
1Romanze F-Dur AV 75 für Violoncello und Orchester
2Don Quixote op. 35 (Phantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters)
3Sonate F-Dur op. 6 für Violoncello und Klavier

Interpreten der Einspielung

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