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CD-Besprechung

Supraphon SU 3687-2

1 CD • 58min • 1964, 1965

07.10.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Diese mit 24-Bit-Technologie bearbeiteten Aufnahmen aus den Jahren 1964 und 1965 sind Nummer 27 einer umfangreichen Edition mit Aufnahmen von Karel Ancerl. Sie sind natürlich ein Dokument der Meisterschaft des großen tschechischen Dirigenten, in diesem Fall aber mehr noch faszinierende Zeugnisse der Kunst des Cellisten André Navarra, der immer ein wenig im Schatten berühmterer Kollegen wie Pierre Fournier, Pablo Casals gestanden zu haben scheint – zu Unrecht, wie diese Interpretationen schlagend beweisen.

André Navarra, am 13. Oktober 1911 in Biarritz geboren, begann mit 7 Jahren das Studium des Cellospiels und des Gesangs, mit neun wurde er schon als Student des Konservatoriums von Toulouse angenommen. 1929, mit 18 wurde er Mitglied des Kretly Streichquartetts, 1931 debütierte er als Solist mit dem Colonne Orchester in Paris, 1933 wurde er zunächst Erster Cellist des Orchesters der Pariser Oper. Nach dem Krieg, der seine Karriere zunächst unterbrach, setzte er seine Tätigkeit als Solist fort. Er hat mit den großen Dirigenten seiner Zeit konzertiert und war seit 1949 als Nachfolger von Pierre Fournier Professor für Cello am Pariser Konservatorium, unterrichtete auch in Siena, Detmold, Wien und London. Er starb am 30. Juli 1988 in Siena.

Die vorliegende CD ist ein schönes und beredtes Beispiel für die Kunst dieses Cellisten. Ernest Blochs hebräische Rhapsodie nimmt Navarra als große dramatische Erzählung, in der auch Emphase und Überschwang ihren Platz haben. Ottorino Respighis eher selten zu hörende Komposition entpuppt sich als lyrisch angelegtes Adagio mit expressivem Thema und einem bewegteren Mittelteil mit Variationen.

Das wichtigste und gewichtigste Stück der CD ist freilich Schumanns Cellokonzert – gespielt mit kräftigem Ton, sehr kantabel, intensiv, mit großem Ausdruck, aber nicht gefühlig (wozu der langsame Satz manchen Solisten ja verleitet). Den Übergang zum Finale gestalten Navarra und Ancerl höchst dramatisch, das Finale wird kräftig, zupackend, dabei gemessen im Tempo genommen. Navarra spielt mit großer Klarheit, auch streng, erlaubt sich aber zugleich Freiheiten, die seine Interpretation besonders und unverwechselbar machen, etwa kleine Temporückungen und spielerische Gesten.

Die Tschechische Philharmonie ist unter Karel Ancerl ein idealer Partner: flexibel, sensibel und wo nötig mit orchestraler Bravour und Vehemenz. Der Klang ist eher hell, zum Teil ein wenig eng, aber immer sehr präsent.

Dr. Helge Grünewald [07.10.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ernest Bloch
1Schelomo – Hebräische Rhapsodie für Violoncello und Orchester
Robert Schumann
2Konzert a-Moll op. 129 für Violoncello und Orchester
Ottorino Respighi
3Adagio von variazioni (1920)

Interpreten der Einspielung

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