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CD-Besprechung

Colossus of Sound

Colossus of Sound

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 27.07.04

enja ENJ-9460 2

1 CD • 61min • 2002, 2003

Daniel Schnyder (geb.1961) ist eigentlich ein ganz normaler, man könnte fast sagen, im europäischen Sinne traditioneller Komponist – aber das ist pointierterweise etwas durchaus Revolutionäres! Denn der in Harlem lebende Komponist komponiert, als hätte er bislang weder etwas von „Avantgarde“ gehört noch etwas vom Minimalismus seiner amerikanischen Kollegen – dennoch ist seine Musik durchtränkt vom Jazz, vom Lebensgefühl Manhattans, von afrikanischen, südamerikanischen und indischen Sounds und Rhythmen, stets zu Papier gebracht mit dem Gestus eines jungen Wilden, aber dabei solide in traditionelle Formen wie Konzert und Sinfonie gegossen. Schnyder geht mit den musikantischen Formen seiner Zeit so unverfroren um wie Brahms, Dvorak oder Telemann das in ihrer Zeit gemacht haben, und er gibt seinem Hörer einfach zu erkennen, dass es eben keine „Musikgeschichte“ gibt mit irgendwelchen Gesetzen, sondern nur Punkte in Raum und Zeit, an denen sich etwas „bricht“, was man dann Kultur nennen mag oder nicht. Natürlich könnte die unbekümmerte Spielfreude etwa der beiden Konzerte hier manchem puristisch eingestellten Hörer auf die Nerven gehen, und zugegebenermaßen finden sich in Schnyders Musik auch zahlreiche Floskeln, Klischees und Füllstoffe klassisch-traditioneller Musik, die ein Minimalist oder Avantgardist mit Sieb und Lupe herausgefiltert hätte oder die sich in seiner Musik gar nicht erst einstellen würden. Aber trotz solcher Passagen fasziniert die Frechheit und Unbekümmertheit Schnyders, die auch immer wieder Außergewöhnliches hervorzaubert – etwa im Violinkonzert, das sich so gibt, als hätte ein Hollywood-Komponist mal irgendwie Alban Berg gehört und wieder vergessen – im positiven Sinne verstanden, oder im Trompetenkonzert, wenn wirr-irre Jazztrompeten-Gebärden zu unberechenbaren und stets neu verknautschten Trägern thematischer Arbeit werden. Mit den so aberwitzig-spontan wie niemals akademisch wirkenden Solisten, aber auch mit dem multikulturell erfahrenen Dirigenten Kristjan Järvi hat Schnyder hier auch interpretatorisch außergewöhnliches Glück!

Hans-Christian v. Dadelsen [27.07.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Schnyder Violinkonzert
2 Symphony Nr. 4 (1996)
3 Trumpet Concerto (1999)
4 African Fanfare

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Kathrin Rabus Violine
Reinhold Friedrich Trompete, Flügelhorn
NDR Radiophilharmonie Orchester
Kristjan Järvi Dirigent
 
ENJ-9460 2;0063757946021

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