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CD-Besprechung

Six Orchestral Suites after »Die kleine Kammermusik« 1716

cpo 999 994-2

2 CD • 2h 01min • 2003

14.06.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

1716 veröffentlichte Telemann Die Kleine Kammermusik, eine Sammlung von sechs Partiten für Melodieinstrument und Generalbaß. Was an Einfallsreichtum und Individualität in diesen auch für Laien gedachten Stücken steckt, haben Michael Schneider und seine Camerata Köln bereits vor acht Jahren mit dezenter Leidenschaft und profunder Stilkompetenz demonstriert (cpo CD 999 497-2). Nun stellt Schneider mit La Stagione Frankfurt eine Orchesterfassung dieser Musik vor, die Telemann Mitte der 1720er Jahre erstellt hat. Die Ober- und die Unterstimme sind dabei im wesentlichen unverändert, die beiden Mittelstimmen hinzukomponiert worden. Das eigentlich Neue sind aber die sechs großen Ouvertüren, die den Partiten nunmehr vorangestellt wurden: In ihnen arbeitet Telemann mit dem antiphonalen Spiel von Holzbläsern und Streichern, und durch sie vergrößert sich der Gesamtumfang der Stücke um siebzig bis hundert Prozent. Wie Michael Schneider in seiner lesenwerten Werkeinführung bemerkt, ist somit aus der Kleinen Kammermusik große Orchestermusik geworden.

Zur Interpretation ist wenig Neues zu sagen: Seit langem ist Schneider Deutschland fähigster Anwalt in Sachen Telemann, und wieder einmal besticht, mit welch präzisen Strichen er das jeweils Charakteristische herausarbeitet, ohne es dem Hörer um die Ohren zu schlagen. So ist beispielsweise das Problem der punktierten Rhythmen, um das vor zehn, zwanzig Jahren noch vehement gestritten wurde, keines mehr, weil Schneider eine sehr geschmeidige und der jeweilige musikalischen Umgebung angepaßte Lösung gefunden hat, die einen undogmatischen und organischen Eindruck hinterläßt. Sehr geschmeidig ist auch der Streicherklang von La Stagione, was vielleicht auch dem Umstand zu verdanken ist, daß in den Geigen und Celli nur Frauen sitzen. Martin Stadler (Oboe und Blockflöte) setzt sowohl im colla-parte-Spiel als auch in solistischen Passagen besondere Glanzlichter. Alles im allem eine überaus gelungene Produktion, die in ihrer Vielfalt und Geschlossenheit einen optimalen Zugang zu Telemanns Orchesterwerken bietet.

Zwei Richtigstellungen: Die G-Dur-Suite (CD 2, Tr. 9–16) trägt die TWV-Nummer 55 : G 11 (nicht G 2), und die Aussage, daß hier die Orchesterfassungen erstmals vorgestellt werden, ist übertrieben; es ist die erste Gesamtaufnahme

Dr. Matthias Hengelbrock [14.06.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Georg Philipp Telemann
1Orchester-Suite Es-Dur TWV 55:Es5
2Suite B-Dur TWV 55:B2
3Suite g-Moll TWV 55:g3
4Suite e-Moll TWV 55:e6
5Ouvertürensuite G-Dur TWV 55:G11 (La Musette)
6Suite c-Moll TWV 55:c3

Interpreten der Einspielung

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