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CD-Besprechung

W. Walton

Naxos 1 CD 8.555869

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 14.06.04

Naxos 8.555869

1 CD • 48min • 2001, 1996

Diese Neuproduktion von William Waltons Chorkantate Belshazzar's Feast hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Wie schon im Falle der Sea Symphony von Vaughan-Williams legt Paul Daniel eine sehr überzeugende und durchdachte Werkdarstellung vor. Doch wiederum ist die Balance zwischen Chor und Orchester klanglich problematisch realisiert. Eine Auflösung von 24 Bit ist ja wunderbar – der Orchesterklang ist gestochen scharf, Schlagzeugattacken kommen mit voller Wucht –, aber was nützt das, wenn man vom Chor oft kein Wort versteht? Das Orchester dominiert den Gesamtklang in den Tutti geradezu hoffnungslos. Das fällt bei diesem Stück besonders ins Gewicht, weil es nur ausgesprochen wenige verhaltene Passagen gibt und Walton überdies eine erweiterte Blech-Besetzung vorgesehen hat. Allerdings rechnete er dabei wieder einmal mit Blasinstrumenten, die seinerzeit noch gut ein Drittel kleiner, enger gebohrt und mithin gut um die Hälfte schwächer waren als die kräftigen Instrumente der English Northern Philharmonia. Dabei wurden für die Produktion neben dem Kammerchor Laudibus gleich zwei groß besetzte, traditionsreiche britische Chorvereinigungen aufgeboten (deren Chormeister vom Beiheft verschwiegen werden).

Die Huddersfield Choral Society und der Leeds Philharmonic Chorus machen ihre Sache ausgezeichnet, haben aber im Tutti keine Chance. Ein weiterer Abstrich ist bei Christopher Purves zu machen, dessen Bariton leicht belegt wirkt und der es mit dem Pathos in der Textdeklamation für meinen Geschmack übertreibt. Die beiden Krönungsmärsche Waltons sind zwei nette Stückchen, im pauschalen Filmmusik-Drive musiziert und schon 1996 aufgenommen. Es ist ein ziemlicher "Hörsturz" von der 24bit-Auflösung hinunter zum "normalen" Digitalklang; der übertriebene künstliche Hall tut ein Übriges – wenn auch die Balance zwischen Streichern, Holz und Blech hier glücklicher ist. Die kurze Spielzeit schließlich von 48 Minuten trägt auch nicht zu einem positiven Gesamteindruck bei.

Dr. Benjamin G. Cohrs [14.06.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W. Walton Belshazzar's Feast (1931)
2 Crown Imperial (1937)
3 Orb and Sceptre (1953)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Christopher Purves Bariton
Simon Lindley Orgel
Huddersfield Choral Society Chor
Leeds Philharmonic Chorus Chor
Laudibus Chor
English Northern Philharmonia Orchester
Paul Daniel Dirigent
 
8.555869;0747313586929

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