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CD-Besprechung

K. Penderecki

Naxos 1 CD 8.557253

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 15.06.04

Naxos 8.557253

1 CD • 56min • 2003

Die im Jahr 2000 geschriebene zweite Violinsonate steht deutlich im Mittelpunkt dieser Erstaufnahme. Sie nimmt mit einer Spieldauer von fast 37 Minuten den Großteil dieser CD ein. Die 1953 entstandene und nur knappe acht Minuten lange erste Sonate ist dagegen ein Jugendwerk, das der polnische Komponist bereits vor seinem Studium in Krakau geschrieben hat und das erst später als Sonate Nr. 1 bezeichnet worden war. Dazwischen finden sich zwei kleinere Werke, welche die große zeitliche Lücke ausfüllen und so einen Eindruck von der Entwicklung dieses bedeutenden europäischen Komponisten geben.

Die Charaktere der einzelnen Werke sind grundverschieden, werden aber durch das intensive und stellenweise hochemotionale Spiel der beiden aus den USA stammenden Interpretinnen zusammengefasst. Der dreisätzigen ersten Sonate gewinnen sie den Charakter eines gespenstischen Tanzes ab. Die drei im Jahre 1959 entstandenen Miniaturen überzeugen durch ihre die Stille zwischen den Tönen auskostende Zurückhaltung in der Interpretation. Eine Sonderstellung nimmt die aus dem Bratschenkonzert von 1983 stammende Cadenza für Violine solo ein. Ida Bieler, deren Spiel von einem schlanken und in hohen Lagen auch manchmal etwas dünnen Ton geprägt ist, überzeugt vor allem durch ihre klare Formgebung bei den oft sehr starken dramatischen Aspekten dieser Werke.

So verhält es sich auch bei der zweiten Sonate. Wie bei der Cadenza nimmt das Intervall der kleinen Sekunde hier eine Schlüsselstellung ein. Doch im Gegensatz zum Solostück, wo diese im Sinne von Seufzerfiguren eingesetzt wird, gewinnt Penderecki diesem Intervall hier sehr energetische und bedrohliche Qualitäten ab. Zu Beginn noch lakonisch und unspektakulär, entwickelt sich in den fünf Sätzen ein von starken emotionalen Ausbrüchen geprägtes Wechselspiel zwischen resignativer Ruhe und wilder Dynamik. Getrieben von einer aggressiven dämonischen Energie poltert das Allegro des Finales daher, dem zuvor ein stark durch Zentraltöne geprägtes Adagio vorangegangen war.

Bieler und Tichman interpretieren diese Sonate als sehr persönliches Werk, als einen Kampf verschiedener sich widersprechender Naturen, die sehr drastisch und fast plakativ vorgeführt werden. Das Ergebnis ist eine zerrissene und bedrohliche Musik, die durch das disziplinierte und gut ausbalancierte Spiel jedoch nie den Boden unter den Füßen verliert.

Das Klangbild ist trocken und transparent. Beim Klavier beeindrucken die satten und fetten Bässe, die vor allem im Adagio der zweiten Sonate für ein starkes und stützendes Fundament sorgen.

Robert Spoula [15.06.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 K. Penderecki Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier (1953)
2 Drei Miniaturen für Violine und Klavier (1959)
3 Cadenza per la viola solo (Bearb. für Violine solo)
4 Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier (2000)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ida Bieler Violine
Nina Tichman Klavier
 
8.557253;0747313225323

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