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CD-Besprechung

harmonia mundi HMC 901763

1 CD • 66min • 2001

29.04.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Die Begeisterung, die bei manchen Kollegen die Einspielungen des französischen Pianisten Alain Planès auslösen, konnte ich bis jetzt nicht teilen. In Frankreich – ähnlich wie in England – genießen ja in den einschlägigen Fachzeitschriften „einheimische“ Interpreten einen gehörigen Kredit, womit sicher der nationalen Tonträgerproduktion, der Landes-verherrlichenden Eitelkeit und sicher auch der Wirtschaft gedient ist. Meine Reserve Planès gegenüber mag aber auch daher rühren, dass ich ihn bisher nicht im Konzertsaal erlebt habe. Verhältnismäßig schmächtige, unspektakuläre Einspielungen gewinnen ja an Profil und gedanklichem Gewicht, wenn der Hörer vor den häuslichen Lautsprechern mit einer gewissen Portion an „leibhaftiger“ Vorinformation an eine CD-Botschaft herangeht. Der Künstler erscheint also nicht nur in der gleichsam indirekten Rede, sondern als ein direkter musikalischer Gesprächspartner, mit dem man bereits Kontakt aufgenommen hat.

Unter diesen Gesichtspunkten erlaube ich mir, Planès dritte Folge seines Haydn-Projektes als das Dokument einer in Maßen rührigen, ohne jede Sensationslust verfügten Mitteilung zu würdigen, als Botschaft einer mit dem Schaffen des Meisters vertrauten Instanz. Es ist, als ob man die hier gewählten Sonaten aus verschiedenen Schaffensperioden wie unter dem schützenden Glas einer Museumsvitrine beäugen darf – ohne jede Extravaganz von Planés verlesen, in Verachtung jeglicher Übertreibung im phraseologischen Detail und von Überhitzung in den von Haydn in Richtung Brio und Final-Presto justierten Sätze. Zu kurz kommen auf jeden Fall der Humor und bissige Witz Haydns, dieses wunderlichen Untertanen in Opposition zur gepflegten höfischen Tradition. Es erübrigt sich hier, auf alternative Auffassungen der (allerdings wenigen wirklichen!) Haydn-Gestalter einzugehen, aber es sei doch im Umfeld etwa der Sonaten Hob.XVI/20 oder 37 auf brillante, ebenso sangliche wie im besten Sinne redselige Einspielungen mit Richter (Melodia/Eurodisc), Brendel (Philips), András Schiff (Teldec), Ingrid Haebler (Philips), Gilels (Melodia/Eurodisc) hingewiesen.

Peter Cossé † [29.04.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Joseph Haydn
1Klaviersonate Nr. 47 h-Moll Hob. XVI:32
2Klaviersonate Nr. 33 c-Moll Hob. XVI:20
3Klaviersonate Nr. 43 As-Dur Hob. XVI:43
4Klaviersonate Nr. 61 D-Dur Hob. XVI:51
5Klaviersonate Nr. 37 D-Dur Hob. XVI:37

Interpreten der Einspielung

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