Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

CD-Besprechung

Warner Classics 2564 61255-2

1 CD • 74min • 2003

28.05.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Es gewittert zur Zeit förmlich herausragende Klavieraufnahmen: András Schiff mit den Goldberg-Variationen (ECM), Till Fellner mit Bachs Wohltemperiertem Klavier (Band I / ECM), Reger-Raritäten mit dem Klavierduo Tal-Groethuysen (Sony) und Beethoven-Sonaten mit Michael Korstick (Ars Musici) – um nur die wichtigsten herauszugreifen. Und nun erneut eine fulminante, hochintelligente Einspielung des russischen Pianisten Nikolai Lugansky, dessen frühe Vanguard-Aufnahmen schon Aufmerksamkeit erregten und dessen jüngere Chopin- und Rachmaninoff-Darbietungen (Erato) überall gewürdigt, ja hymnisch beschrieben wurden.

Die gerade erschienenen Prokofieff-Einspielungen dokumentieren mehr als ausgeprägtes Verständnis für die anstehenden musikdramaturgischen Aufgaben, sie bestätigen eine Wahlverwandtschaft –ein inniges, geradezu unausweichliches Bündnis! – mit den beiden so verschiedenartigen Sonaten und den Wechselfällen der Romeo und Julia-Suite. Man muß im Fall der sogenannten „Kriegssonate“ (op. 82) schon die wunderbaren Leistungen Sviatoslav Richters und des 14jährigen Kissin heranziehen, um die kämpferische, dabei geradezu umwerfend plastische und genaue Diktion Luganskys auf einer vergleichbaren Ebene würdigen zu können. Es ist, als ob sich die Komposition persönlich zu Ton und zu Wort melden würde! Zum Eindruck eines bis zur Ungeheuerlichkeit geschärften, hellwachen Klavierspiels trägt sicher auch die direkte, auf hellen Ton einjustierte Aufnahmeregie bei, die in manchen der dunkleren Passagen der Ballettmusik und auch in den Abschiedsmustern des Finalbildes (op. 75,10) ein wenig Atmosphäre vermissen lässt. Der Vergleich mit Ashkenazys alter Decca-Einspielung verstärkt diesen Eindruck. Gleichwohl ändert dies nichts am Ausnahmerang dieser Publikation, mit der sich Lugansky in der allerersten Reihe der Prokofieff-Interpreten (etwa neben Richter, Gilels und Pletnev) einquartiert hat.

Peter Cossé † [28.05.2004]

Anzeige

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Sergej Prokofjew
1Klaviersonate Nr. 6 A-Dur op. 82
2Klaviersonate Nr. 4 c-Moll op. 29 (D' après de vieux cahiers)
3Romeo und Julia op. 75 (Zehn Stücke für Klavier)

Interpreten der Einspielung

Vorherige ⬌ nächste Rezension

07.10.2004
»zur Besprechung«

 / Warner Classics
" / Warner Classics"

12.05.2005
»zur Besprechung«

 / Warner Classics
" / Warner Classics"

zurück zur Liste

Das könnte Sie auch interessieren

04.01.2020
»zur Besprechung«

Yi Lin Jiang, Dualis / Solaris Records
"Yi Lin Jiang, Dualis / Solaris Records"

12.11.2016
»zur Besprechung«

Reflets et symétries, Jean Muller (piano) / Soupir Éditions
"Reflets et symétries, Jean Muller (piano) / Soupir Éditions"

20.06.2011
»zur Besprechung«

Prokofiev, Piano Sonatas Nos. 1-9 / Ondine
"Prokofiev, Piano Sonatas Nos. 1-9 / Ondine"

23.12.2010
»zur Besprechung«

Edition Klavier-Festival Ruhr Portraits V / Avi-music
"Edition Klavier-Festival Ruhr Portraits V / Avi-music"

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige