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CD-Besprechung

Hyperion CDA67348

1 CD • 52min • 2002

15.04.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Mit dieser Gabriel Pierné-Edition ist die Hyperion-Serie „The Romantic Piano Concerto“ bei der stolzen Nummer 34 angelangt. Ein rühmenswertes Unterfangen mit überwiegend interessanten und auch interpretatorisch eindrucksvollen Resultaten. Außer Frage steht der hohe Informationswert, denn viele Stücke der sogenannten Neben-Romantik sind auf diesem Wege erstmals in den Katalog gelangt, manche wiederum ersetzten ältere Candide- bzw. Vox-Einspielungen (etwa mit Michael Ponti oder Mylene Dosse), die heute nur schwer oder gar nicht mehr zu bekommen sind. Von hohem Informationsgehalt für den romantisch infizierten Klavierfan ist auch diese Edition mit vier Konzertstücken für Klavier und Orchester des französischen, aus Metz stammenden Gabriel Pierné (1863-1937), der von 1910 bis 1934 als „principal conductor“ die renommierten „Concerts Colonne“ leitete. Eines seiner wirkungsvollsten Stücke ist die hurtige, spritzige Klavieretüde op. 13 geblieben, die in einer eleganten EMI-Einspielung mit Bernard Ringeissen einer der attraktivsten Abschnitte einer ausführlichen Etüden-Anthologie war (eine LP, die leider nicht mehr im Handel ist).

Vieles, was Pierné an Kompositionen hinterlassen hat, entbehrt – wie etwa in Tschechien die Stücke Josef Suks – einer unmißverständlichen Direktheit und Entschiedenheit der melodischen Diktion und der gesamtthematischen Richtung. Man genießt diese Musik, aber sie hinterlässt keine entscheidenden Eindrücke. Dies gilt für alle vier von Stephen Coombs kundig und nach Möglichkeit der Vorlagen auch glitzernd vorgetragenen Werke, von denen mir das dreisätzige Klavierkonzert in zwei älteren Einspielungen vorliegt. Coombs und die auf diesem Spezialgebiet mittlerweile sehr erfahrenen schottischen BBC Symphoniker setzen sich unter der Leitung von Ronald Corp mühelos an die Spitze dieser Pierné-internen Diskographie, denn was Orchesterklang und Ausarbeitung von satzcharakteristischen Details anbelangt, sichert diese Hyperion-Produktion doch ein klareres Bild von Piernés nicht ganz glückhaften Klavierkonzert-Ambitionen. Die übrigen Opera bieten Unterhaltung, reichen aber nicht an die Konzertstücke etwas eines Saint-Saëns’ heran.

Peter Cossé † [15.04.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Gabriel Pierné
1Klavierkonzert c-Moll op. 12 (1886)
2Poëme symphonique d-Moll op. 37 für Klavier und Orchester (1903)
3Fantaisie-Ballet B-Dur op. 6 (1885)
4Scherzo-Caprice D-Dur op. 25 (1890)

Interpreten der Einspielung

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