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CD-Besprechung

harmonia mundi HMU 907381

1 CD • 66min • 2003, 1998

07.05.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Wer mit einem der bekanntesten Stücke des sinfonischen Repertoires wie der Fünften von Tschaikowsky heute Punkte machen, d.h. nicht im Meer der Bedeutungslosigkeit oder des Mittelmaßes untergehen will, der muss sich schon etwas besonderes einfallen lassen. Längst ist das Feld der großen Interpretationen gerade dieses Werkes abgesteckt – sollte man meinen.

Diese Neuaufnahme nimmt von den ersten Takten an für sich ein, vor allem durch die Abwesenheit jeglicher Sentimentalitäten, jeglichen Kitsches, jeglicher emotionaler Übersteigerung. Tschaikowskys Fünfte wird einfach (?!) nur als eine klassische Sinfonie, voller Spannungen, voller Entwicklung und Kontraste dargestellt, dazu in lichtem, durchsichtigem Klang und mit sehr beherzten Tempi, in der Struktur mustergültig klar dargestellt. Dabei wird nie nüchtern sachlich, sondern durchaus schwelgerisch und leidenschaftlich musiziert.

An den Ecksätzen lässt sich exemplarisch beobachten, wie viel Aufmerksamkeit Gatti auf das Detail richtet, wie genau er die Faktur der Sinfonie herausarbeitet; man hört Stimmen und Gegenstimmen in aller Deutlichkeit. Das „schicksalhafte“ Motiv wird nie zu schwer genommen, die Allegro-Teile sind bewegt, aber nicht übersteigert rasch oder gar gehetzt. Das Blech klingt noch in den Höhepunkten der beiden Sätze kraftvoll und zugleich kultiviert. Der Schluss der Sinfonie wird streng, kraftvoll, doch ohne pathetische Gestik präsentiert.

Nicht anders ist der Eindruck bei der Fantasieouvertüre Romeo und Julia. Auch hier waltet eine sehr klar disponierende Dramaturgie und überzeugende Klangregie. Alles hat seinen Platz: die Ruhe und die Spannung in der Introduktion, die Dramatik, das Innehalten, die lyrisch-verhaltenen und die kraftvoll-drängenden Passagen.

Das Royal Philharmonic Orchestra findet unter Leitung von Daniele Gatti zu höchster Form und erfüllt mit diesen Interpretationen höchste Ansprüche. Die Bläser sind vorzüglich disponiert (vgl. Horn, Oboe im zweiten Satz, oder Fagott im dritten, durchweg auch das Blech). Lediglich den Geigen wünschte man sich an einigen Stellen mehr Brillanz und Gewicht. Wenn denn überhaupt, dann könnte eine solche Interpretation einen Tschaikowsky-Verächter nachdenklich oder gar geneigt machen.

Dr. Helge Grünewald [07.05.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Peter Tschaikowsky
1Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64
2Romeo and Juliet (Fantasy Overture after Shakespeare - Fantasy Overture after Shakespeare) – Andante non tanto quasi moderato

Interpreten der Einspielung

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