Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

CD-Besprechung

Chopin's Diary - Stuttgarter Tagebuch

hänssler CLASSIC 98.472

1 CD • 61min • 2003

23.03.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Im ersten Moment mag das Motto dieser Hänssler-Publikation befremden, vielleicht auch amüsieren: „Chopins Stuttgarter Tagebuch“! Doch in der historischen Tat: Chopin machte auf einer Reise über Wien, Linz und Salzburg auch im Stuttgarter Hotel „Zum König von England“ Station, wo er die unseligen Ereignisse in seiner Heimat verfolgte. In seinem Tagebuch (September 1831) notierte er düstere Gedanken und Empfindungen. In zwei seiner Kompositionen scheinen diese Erfahrungen und Stimmungen tobend und sehnend reflektiert. Es handelt sich um das drängende, nur im Mittelteil beschwichtigende, leise hoffnungsvolle Scherzo in h-Moll und um die „Revolutionsetüde“ op. 10,12. Beide stark politisch und (auto)biographisch akzentuierten Werke könnten in Stuttgart vollendet worden sein. Dies zumindest meint der Pianist dieser im Schwäbischen lokalisierten Chopin-Zusammenstellung, der aus Stuttgart stammende Pavlos Hatzopoulos – ein Schüler von Liselotte Gierth, Gerd Lohmeyer und Marta Sosinska. Von griechischer Abstammung ist im Beiheft nichts zu lesen, aber man möchte doch von einer solchen ausgehen. Die Idee zu dieser auf Stuttgart justierten Einspielung ist ehrenwert, sie regt den Hörer an, den Lebens- und Leidensweg Chopins in Verbindung mit seiner Musik zu bedenken. Und Hatzopoulos zieht sich bei den dramaturgisch und technisch etwas weniger problematischen Stücken auch achtbar aus der Affäre, will sagen: er bietet etwa in den ruhigeren Zonen der g-Moll-Ballade und der „Polonaise-Fantaisie“ geordnetes, folgerichtiges, unaufgeregtes Chopin-Spiel. Unbefriedigend leider ist die hauptthematisch auf Stuttgart bezogene Wiedergabe des h-Moll-Scherzos. Hier bleibt Hatzpoulos zu blass, zu vorsichtig, zu träge im virtuosen Angang der gen Himmel spritzenden Akkordzerlegungen. Diesem Schauerstück darf man auf keinen Fall die giftigen Musikzähne ziehen, selbst wenn ein paar falsche, verfehlte Noten auf der rasanten Scherzo-Strecke bleiben sollten!

Peter Cossé † [23.03.2004]

Anzeige

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Frédéric Chopin
1Scherzo Nr. 1 h-Moll op. 20
2Etüde c-Moll op. 10 Nr. 12
3Valse a-Moll op. 34 Nr. 2
4Walzer h-Moll op. 69 Nr. 2
5Nocturne b-Moll op. 9 Nr. 1
6Nocturne Nr. 13 c-Moll op. 48 Nr. 1
7Impromptu Nr. 4 cis-Moll op. 66 (Fantaisie-Impromptu)
8Ballade Nr. 1 g-Moll op. 23 – Largo - Moderato
9Polonaise-Fantaisie As-Dur op. 61 – Allegro maestoso

Interpreten der Einspielung

Vorherige ⬌ nächste Rezension

01.11.2001
»zur Besprechung«

Chopin-Lieder / Elisio
"Chopin-Lieder / Elisio"

10.03.2010
»zur Besprechung«

 / Avi-music
" / Avi-music"

zurück zur Liste

Das könnte Sie auch interessieren

20.05.2020
»zur Besprechung«

Frédéric Chopin, feuilles nocturnes
"Frédéric Chopin, feuilles nocturnes"

06.06.2019
»zur Besprechung«

Chopin, Jean-Paul Gasparian / evidence
"Chopin, Jean-Paul Gasparian / evidence"

27.04.2019
»zur Besprechung«

Harmony, Piano Works by Frédéric Chopin / Hey!blau
"Harmony, Piano Works by Frédéric Chopin / Hey!blau"

12.03.2019
»zur Besprechung«

Konzert-Raritäten aus dem Pleyel-Museum vol. 18 / Ars Produktion
"Konzert-Raritäten aus dem Pleyel-Museum vol. 18 / Ars Produktion"

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige