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CD-Besprechung

Naxos 8.559175

1 CD • 70min • 2002

25.11.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Diese Ives-Produktion ist eine höchst erfreuliche Katalog-Bereicherung, für die mit James Sinclair einer der bedeutendsten Ives-Forscher und -Dirigenten gewonnen werden konnte. Er hat unter anderem 1999 einen umfangreichen Werk-Katalog vorgelegt und war auch an der Herausgabe zahlreicher Werke beteiligt. Eine Novität ist das hier eingespielte Emerson Concerto, das Ives 1911 als Particell beendete, jedoch niemals zu Ende instrumentiert hat. Für diese Aufnahme wurde eine Aufführungsfassung von David G. Porter verwendet. Das kühne Werk zählt zu den Stücken, die Ives als Frucht seiner Begegnungen mit dem Existentialismus des Emerson-Kreises schrieb – ein 25-minütiges, viersätziges Avantgarde-Stück, das in besonderer Weise Bezug nimmt auf das Kopfmotiv aus Beethovens Fünfter und in einem Konzert dieser nachgestellt noch heute Schockreaktionen bei einem romantischen Publikum hervorrufen würde. Wieder einmal erweist sich Charles Ives (1874-1954) auch am Vorabend seines 50. Todesjahrs als hochaktuell und noch immer weit unterschätzt.

James Sinclair und sein irisches Nationalorchester sind mit aller Sorgfalt vorgegangen; Alan Feinberg bewältigt den Brocken kompetent und kraftvoll, wobei er gerade den stilleren Passagen besondere Aufmerksamkeit widmet und so immer wieder anrührend intime Kontraste zu den Tutti-Blöcken setzt. Die erste Sinfonie freilich kann man sich – ungeachtet aller engagierten Spielfreude – insbesondere in den Farbschattierungen und Lautstärkegraden nuancierter vorstellen, wie es Michael Tilson Thomas und das Chicago Symphony Orchestra 1989 realisiert haben (Sony SK 44939). Allerdings ist es interessant, hier endlich einmal der vollständigen Fassung des ersten Satzes (also einschließlich der Wiederholung der Exposition) zu begegnen, die die meisten Dirigenten – auch Michael Tilson Thomas – weglassen. Die insgesamt vielleicht etwas zu ruhigenTempi (mit Ausnahme des Scherzo) deuten darauf hin, daß Sinclair das Werk eher analytisch ausbreiten wollte und der Entfaltung von großen Spannungsbögen nicht die Priorität einräumte. Leider hält insbesondere der Klang der Sinfonie nicht mit der künstlerischen Leistung mit. Die frühere Sony-Einspielung klingt räumlicher, natürlicher und differenzierter.

Dr. Benjamin G. Cohrs [25.11.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Charles Ives
1Emerson Concerto für Klavier und Orchester (rekonstruiert von David G. Porter)
2Sinfonie Nr. 1 (1895/1898)

Interpreten der Einspielung

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