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CD-Besprechung

harmonia mundi HMI 987036.37

2 CD • 1h 39min • 2003

05.11.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Spanien befand sich während des 18. Jahrhunderts in einer angenehmen Lage: Mit einem Weltreich ausgerüstet, das der Nation reiche Einkünfte bescherte, führte es das Leben eines wohlhabenden Pensionärs und beschränkte sich nach Art der Leute in der letzten Ruhephase ihres Lebens auch in seiner Kultur vorwiegend auf eigene Erfahrungen. Bei der Übernahme europäischer zeitgenössischer Strömungen konnte man wählerisch verfahren und nahm nur das Beste. So hat die Geschichte der Oper in Spanien auch durchaus eigenständige Traditionen: Man war sich wohl bewußt, was im übrigen Europa geschah, doch wurden die Einflüsse der führenden Nationen der eigenen Kultur angepaßt. So entstand die Zarzuela, eine typisch spanische Form des Musiktheaters, die bis ins 20. Jahrhundert eigenständige Werke hervorbrachte.

Für das vorliegende Stück ist das Rezept eigentlich ganz einfach: Man nehme einen Stoff aus der Antike und reichere ihn durch volkstümliche Melodien an – schon ist der Publikumsrenner fertig. Was liegt näher als eine Geschichte um Liebe und Eifersucht – die Protagonisten sind Göttervater Jupiter, der Schwerenöter der Antike, die eifersüchtige Ehefrau Juno mit ihrem Gefolge und eine hübsche junge Frau, Semele, die Jupiters Wohlwollen erregt und aus den handelnden Personen durch einen einfachen Trick herausgehoben wird: Als menschliches Wesen hat sie eine Sprechrolle und unterscheidet sich so von den singenden Personen der olympischen Sphäre. Schon hier wird deutlich, daß es ein fataler Fehlschluß wäre, Eigenart mit Provinzialität zu verwechseln – Literes kennt sowohl den Geschmack seines iberischen Publikums als auch die Strömungen der zeitgenössischen Musik, und so erlebt der erstaunte Hörer von heute auch Arien von einer emotionalen Intensität, die eines Händel würdig sind.

Daß einem heutigen Zuhörer diese außerordentlichen Qualitäten der Partitur auffallen, verdankt er natürlich einer ebenso außerordentlichen Interpretation: Eduardo López Banzo und sein Ensemble Al Ayre Español machen das Abhören dieser zwei CDs zu einem beträchtlichen Vergnügen. Da tut’s auch nichts, wenn die im übrigen vorzügliche Marta Almajanao etwas häufiger lispelt, als es die spanische Sprache rein aussprachemäßig vorsieht.

Detmar Huchting [05.11.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Antonio Literes
1Júpiter y Semele (Zarzuela, 1717)

Interpreten der Einspielung

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