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CD-Besprechung

Naxos 8.660089-90

2 CD • 1h 46min • 2001

09.07.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 4
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Was soll man von dieser Veröffentlichungsstrategie halten? Vor wenigen Monaten hat Naxos – verdienstvollerweise – die erste, 1938 entstandene Studioproduktion von Puccinis Turandot wiederveröffentlicht, die bis heute in den drei vokalen Protagonistenrollen gültig und maßstabsetzend geblieben ist. Und jetzt bringt dieselbe CD-Firma eine aktuelle, neue Aufnahme des Werks heraus, die so gründlich misslungen ist, dass damit – unfreiwilligerweise – das derzeitige eklatante Defizit an hochkarätigen dramatischen Stimmen eindringlich demonstriert wird. Giovanna Casolla in der Titelpartie zeigte schon bei ihrem 1998 vorangegangenen Rollenporträt (live aus Beijing unter Zubin Mehta) bedenkliche Tremolo-Ansätze. Dieses Problem hat sich mittlerweile alarmierend verstärkt. Vor allem in den forte-Passagen von In questa reggia fragt man sich, wem hier mehr Pein bereitet wird, der Sängerin selbst oder dem Hörer. Nur gelegentlich in entspannteren Momenten gelingen ihr schöne, runde piano-Töne. Auch Lando Bartolini gebietet nur noch über Reste eines einstmals passablen Spinto-Tenors. Die Stimme scheint nur noch unter extremem forte-Druck anzusprechen. Unter dem Zwang, ständig nur laut singen zu wollen, setzt er häufig hohe Töne zu tief an und schleift sie nach oben. Vor dem Hintergrund dieser beiden schwer angeschlagenen Stimmen schneidet die Japanerin Masako Guci recht ordentlich ab, entfaltet ihren klangschönen lyrischen Sopran gefühlvoll – allerdings einen Schuss mehr Verve und Elan entwickeln. Zu den künstlerischen Positiva der Aufnahme zählt noch der präzis und frisch klingende Chor, während der Dirigent Alexander Rahbari ein generelles Einheits-Presto pflegt. Über die nicht wenigen lyrisch-kontemplativen Abschnitte der Oper – der Chor des 1. Akts „Perchè tarda la luna“ oder in der 1. Szene des 2. Akts „Ho una casa nell’Honan“ – geht er brüsk hinweg, verschenkt damit Magie und Elegie dieser retardierenden Momente. Das Finale des 1. Akts startet Rahbaro so rasant, dass er für die abschließende Steigerung keine Temporeserven mehr mobilisieren kann.

Kurt Malisch † [09.07.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Giacomo Puccini
1Turandot (Dramma lirico in drei Akten)

Interpreten der Einspielung

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