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CD-Besprechung

Deutsche Schubert-Lied-Edition 11 North German Poets

Naxos 8.555780

1 CD • 75min • 2001

22.04.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Unter den von Franz Schubert vertonten Texten norddeutscher Dichter befinden sich einige seiner bedeutendsten und populärsten Lieder überhaupt, so etwa Der Wanderer (nach Georg Philipp Schmidt von Lübeck), Alinde (nach Johann Friedrich Rochlitz) oder Im Abendrot (nach Karl Gottlieb Lappe). Den größten Anteil dieser Kompositionen machen die Gedichte von Ernst Schulze aus, eines mit noch jüngeren Jahren als Schubert (er wurde nur 28) verstorbenen Dichters aus Celle. Schubert hat neun Gedichte von Schulze vertont, die – obwohl kein festgefügter Zyklus – doch wie ein Vorklang auf die spätere Winterreise wirken: allein vier erzählen von Wanderschaft und Reise, die meisten bieten poetische Naturschilderungen, alle singen von Liebe, Leid und Sehnsucht; das vielleicht schönste, Im Frühling, verklärt die Erinnerung an die Geliebte im Wunsch nach harmonischem Einklang mit der im Frühjahr wieder erwachenden Natur. Neben solch elegisch-idyllischen Träumereien oder resignativer Bitterkeit (An mein Herz, Klagelied) bergen die Lieder aber auch dramatischen Impetus (Auf der Bruck), sogar aggressive Heftigkeit (Über Wildemann) und tief beklemmende Traurigkeit (Tiefes Leid).

Für die lyrischen Lieder hat der junge Bariton Hanno Müller-Brachmann eine facettenreiche dynamische Skala im piano-Bereich anzubieten. Allerdings versucht er zu wenig und zu selten, diese Bandbreite in Richtung forte zu erweitern. Es fehlt in den lebhaften, balladenhaften Liedern die dramatische Dimension, Akzente werden verschenkt, so etwa in Der Wanderer die Phrasen ab Das Land, das Land, so hoffnungsgrün, ... oder in Auf der Bruck die Zeilen ab Und ach! die Freude muß ich missen!. Es scheint, als ob Müller-Brachmanns lyrische Stimme nur wenig forte-Druck verträgt und ihm daher auch aus dem Weg geht, allerdings zu Lasten des Ausdrucks. Ulrich Eisenlohr präsentiert sich einmal mehr als exzellenter, flexibler und rhythmisch prägnanter Begleiter, der dem Klavierpart wohl ausbalanciert zu Gehör verhilft.

Kurt Malisch † [22.04.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Schubert
1Auf der Bruck D 853
2An mein Herz D 860
3Tiefes Leid (Im Jänner 1817) D 876
4Im Walde D 834 (Ernst Schulze)
5Der liebliche Stern D 861
6Um Mitternacht D 862 (1825)
7Lebensmut D 883 (1826)
8Im Frühling op. 101 Nr. 1 D 882
9Über Wildemann D 884
10Klaglied D 23 (Johann Friedrich Rochlitz)
11An die Laute op. 81 Nr. 2 D 905
12Alinde op. 81 Nr. 1 D 904 (1827)
13An die Sonne D 272 (1815)
14Lied D 373 (Mutter geht durch ihre Kammern, aus der Erzählung »Undine«)
15Der Schäfer und der Reiter D 517 (Friedrich Heinrich Karl Baron von La Motte-Fouqué)
16Don Gayseros D 93 (aus »Der Zauberring«, 1815)
17Der Einsame op. 41 D 800
18Im Abendrot D 799
19Der Wanderer D 493 (Georg Philipp Schmidt von Lübeck)

Interpreten der Einspielung

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