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CD-Besprechung

F. Mendelssohn Bartholdy

Amati 1 CD ami 2102/1

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 14.05.03

Amati ami 2102/1

1 CD • 58min • 2001

Gegen den Vorwurf des edlen Klassizismus muß Mendelssohn heute nicht mehr verteidigt werden. Die Aufführungspraxis, nicht zuletzt die „historische“, konnte manches Vorurteil entkräften und auch die dunklen, die schroffen und phantastischen Züge dieser Musik offenlegen. Die CD des Rodin-Quartetts aber enthüllt allenfalls die halbe Wahrheit über Felix Mendelssohn. Nobelste Klangkultur bestimmt den Vortragsstil der Rodins: Wunderbar sonore Mischklänge, kristallklare Höhen der Violinen, makellose Reinheit der Intonation. Derlei ästhetische Tugenden können gar nicht hoch genug gerühmt werden – und bieten am Ende doch zu wenig, nämlich eine unsentimentale, freilich auch etwas unpersönliche Schönheit. Dramatischer Furor hingegen, rhythmische Aggressivität, klangliche Zuspitzungen, überhaupt der Mut zu den Extremen scheint nicht die Sache des Münchner Rodin-Quartetts zu sein. Auf dieser Seite der Musik, wo Ausdruck und Leidenschaft siedeln, sind manche Altmeister dem jungen Ensemble weit überlegen.

Weder Mendelssohns a-Moll-Quartett, eine couragierte Auseinandersetzung mit dem späten Beethoven des Opus 132, noch das fiebrige, theatralische f-Moll-Quartett, das Requiem für die geliebte Schwester Fanny, wie es gemeinhin umschrieben wird, können diese vornehme Zurückhaltung vertragen: Das Spiel der Rodins besticht, aber es bewegt nicht. Dabei müßten die vier keineswegs alles grundlegend anders musizieren, nur „besser“, im Klartext: charakteristischer, expressiver, farbiger, feuriger. Es sind die graduellen Unterschiede, die eine gediegene Interpretation prinzipiell von einer außergewöhnlichen trennen. Die Aufnahmetechnik verdient ein Lob, wenngleich mit Einschränkungen. Überaus präsent dringen die Instrumente ans Ohr (lediglich mit dem Cellisten hat es die Tontechnik nicht allzu gut gemeint); auf die Dauer jedoch hätte mehr Räumlichkeit dem Klangbild nicht geschadet, ein gewisser Abstand zwischen den Musikern und dem Hörer, den die Fülle des Wohllauts grenzenlos umfängt.

Susanne Stähr [14.05.2003]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Mendelssohn Bartholdy Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 13
2 Streichquartett Nr. 6 f-Moll op. 80

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Rodin Quartett Ensemble
 
ami 2102/1;4011030210211

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