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CD-Besprechung

Great Pianists – Solomon

Great Pianists – Solomon

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 04.07.02

Naxos 8.110682

1 CD • 72min • 1943, 1944

Wer immer sich - zuweilen sicher zu Recht - mit Skepsis der englischen, klangroyalistischen, fettig-spätromantischen Orchesterliteratur zugewandt hat (Elgar, Delius etc.), der sollte sich die Mühe machen, es noch einmal - oder auch zum ersten Mal - mit dem dreisätzigen Klavierkonzert von Arthur Bliss zu versuchen. Solomon (Cutners) Aufnahme mit dem Liverpool Philharmonic Orchestra unter der verständigen, fast schon chauvinistisch anfeuernden Leitung von Adrian Boult aus dem Jahr 1943 ist mir von der Langspielplatte längst bekannt gewesen, aber diese knapp 40 Minuten britischen Klavierkonzertgeschehens schienen mir immer zu dunstig, zu wenig definiert in ihren Aussagen zu sein - ganz gleich, ob es sich um den Orchesterpart oder um die bald obligate, bald energisch solistische Klavierstimme handelte.

Indes: es lohnt sich unter stark verbesserten akustischen Übertragungsbedingungen (Kompliment an den Toningenieur Mark Obert-Thorn!), sich einem als abgehakt empfundenen Thema wieder zuzuwenden. Und siehe da: der alte schimmelige Bliss gestaltet sich unter den euphorisch zupackenden, zugleich ungemein einsichtsvoll zeichnenden und punktierenden Händen Solomons als ein vielgestaltiges, einnehmendes Virtuosenprojekt mit einem knisternden, abwechslungsreichen Finale von fast schon sportlicher Scherzando-Machart, als habe Bliss in diesem dritten Satz den Mendelssohnschen Sommernachtstraum noch einmal konzertant in Erinnerung rufen wollen – und dabei wohl auch an die entsprechenden Luftikussätze eines Litolff gedacht.

Zusammen mit dem Beethoven-Konzert ist diese Naxos-Edition aus der Reihe Great Pianists ein CD-Angebot von hohem Darstellungs- und Repertoirewert. Allein die Tatsache, dass Solomon in seiner planvollen, dabei durchaus von momentanen Eingebungen geprägten Wiedergabe die heutzutage nicht mehr gespielte Kopfsatzkadenz von Clara Schumann berücksichtigt, sollte die Klaviergemeinde aufhorchen lassen.

Peter Cossé [04.07.2002]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37
2 A. Bliss Klavierkonzert B-Dur

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Solomon Klavier
BBC Symphony Orchestra Orchester
Liverpool Philharmonic Orchestra Orchester
Adrian Boult Dirigent
 
8.110682;0636943168226

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