Pablo Heras-Casado im Wiener Opern-Marathon
Premiere und Wiederaufnahmen an der Wiener Staatsoper
Vor kurzem dirigierte er noch den Wiener Opernball, nun leitet Pablo Heras-Casado sehr unterschiedliche Produktionen in kurzer Folge an der Wiener Staatsoper: die Neuproduktion von Mozarts La clemenza di Tito (ab 9. März), die Wiederaufnahme von Ligetis Le Grand Macabre (ab 15. März) sowie zwei Ring-des-Nibelungen-Zyklen. „Es ist natürlich eine Herausforderung, an einem Tag Mozart zu dirigieren und am nächsten Tag Ligeti”, sagt Heras-Casado. „Aber für mich ist es eine große Möglichkeit und eine große Chance, meine Beziehung sowohl zu den Musikerinnen und Musikern als auch zum Haus zu vertiefen. Und einen Ring-Zyklus in Wien dirigieren zu dürfen – das ist für mich eines der größten Highlights meines künstlerischen Lebens.“
La clemenza di Tito - Premiere: 9. März, weitere Termine: 12., 16., 21., 24. und 27. März
„Für mich ist La clemenza di Tito die Kulmination von Mozarts spätem Stil. In seinem letzten Lebensjahr komponierte er nicht nur die Clemenza, sondern auch die Zauberflöte und sein Requiem.“ Was Heras-Casado an dem Werk besonders beschäftigt, ist die Verdichtung der Sprache sowie die Seelenzeichnung: „Der Stil ist ganz rein, wie ein Destillat seines Talents. Und Mozart fühlt sich anscheinend frei, noch tiefer in die menschlichen Aspekte der Musik einzudringen, ohne unnötige Ornamente. Er beschreibt die menschliche Seele auf die kraftvollste, aber auch verletzlichste Weise.“ Zugleich hört er darin eine Linie nach vorn: Mozart schreibe „schon so, dass er den Weg zum späteren Belcanto öffnet“.
Vor einigen Jahren dirigierte Heras-Casado bereits die Clemenza in Wien und freut sich nun auf die Neuproduktion mit Jan Lauwers, mit dem er bereits zuvor zwei Produktionen realisierte, sowie auf einen „fantastischen Cast”.
György Ligeti: Le Grand Macabre (15., 20., 22. und 25. März)
Über Ligetis Oper spricht Heras-Casado in Superlativen: „Le Grand Macabre ist für mich eines der Opernmeisterwerke aller Zeiten – und natürlich eine der wichtigsten Opern des 20. Jahrhunderts.“ 2023 leitete Heras-Casado bereits die Neuproduktion in Wien. Le Grand Macabre war damals zum ersten Mal überhaupt an der Staatsoper zu hören war. „Es ist ein Stück, das schon einige Jahrzehnte Geschichte hat – aber es bleibt trotzdem absolut zeitgemäß. Es ist sehr kritisch gegenüber unserer Zeit und gegenüber unserer Gesellschaft; ein apokalyptisches Stück – aber mit einem tiefen Sinn für Humor und Sarkasmus.“
Der Ring des Nibelungen 19., 25., 30. Mai, 4., 6., 7., 10. und 14. Juni
Wagner begleitet Pablo Heras-Casado kontinuierlich: „Wagner-Opern dirigiere ich jedes Jahr – seit mindestens zwölf, fünfzehn Jahren. Ich hatte die Chance, meinen ersten Ring-Zyklus am Teatro Real in Madrid zu dirigieren und bin gerade dabei, meinen zweiten Zyklus an der Pariser Oper abzuschließen. Ich freue mich sehr, dass sich der Ring in Wien in meinen Wagner-Weg einfügt, bevor ich 2028 die Neuproduktion bei den Bayreuther Festspielen dirigiere. Dieser Ring hier in Wien ist etwas Besonderes: Ich weiß, wie wichtig dieses Werk im Repertoire der Staatsoper ist – Kernrepertoire, auch für das Orchester. Und ich fühle mich privilegiert, die vier Ring-Opern in Wien nach einer so intensiven Saison leiten zu dürfen.“
Weitere kommende Projekte in Deutschland bis Sommer 2026
17. April: Nationaltheater München Bayerisches Staatsorchester (Debüt)
Christian Gerhaher, Bariton
30. Juni – 2. Juli: Bamberg
The Mahler Competition
Jury-Mitglied
31. Juli, 10., 20., & 25. August: Bayreuther Festspiele
Richard Wagner: Parsifal.
