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CD-Besprechung

F. Draeseke

cpo 1 CD 999 719-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 27.02.02

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cpo 999 719-2

1 CD • 66min • 1998, 1999

Immer wieder wird von verdienstvollen Labels Versunkenes, das vom um sich selbst kreisenden Repetoirebetrieb längst vergessen wurde, gehoben. Oft genug stellt sich dies als Altmetall heraus, doch ab und zu befindet sich auch ein funkelnder Diamant darunter. Einen veritablen Glücksgriff hat cpo mit der Wiederentdeckung des Sinfonikers Felix Draeseke (1835-1913) getan, dessen dritte, tragica betitelte Sinfonie vor gut zwei Jahren aufhorchen ließ. Jenem monumentalen, zyklisch gebauten, in Resignation endenden Werk ging mit der Zweiten von 1876 ein in weiten Strecken heiteres, geradezu listiges Gegenstück voran, das nun in Ersteinspielung vorliegt.

Draeseke war als Komponist hörbar eingebettet in Tradition (Beethoven, Schumann) und Gegenwart (Meistersinger!) deutscher Musik, beschritt dennoch eigene Pfade und fand zu beispiellosen Lösungen. Zurecht weist das ausgezeichnete Beiheft gesondert auf den einzigartigen zweiten Satz Allegretto marciale hin, dessen Form und Dramaturgie staunen macht. Thematische und instrumentale Details nehmen Entwicklungen bei Mahler und Strauss vorweg. Feines Gespür für kontrapunktische Ausformung des Satzes besaß der Komponist ebenso wie eine traumwandlerisch-sichere Hand in der Orchestration.

Daß es sich bei Draeseke um weit mehr handelt als um eine skurrile Randerscheinung der Spätromantik, die immerhin von Brahms in Rivalität beargwöhnt wurde, zeigt auch die reizende Serenade, voll eigenwilliger Details, in deren Finale die Harmonik kapriziöse Wendungen vollführt.

Die NDR Philharmoniker unter Weigle spielen engagiert und zupackend, und wenn auch Einzelheiten zwingender ausgeformt und flüssiger musiziert vorstellbar sind, schmälert das den rundweg positiven Gesamteindruck kaum. Weitere Einspielungen des vielseitigen Oeuvres des Coburger Meisters mögen bitte nicht lange auf sich warten lassen.

Frank S. Reik [27.02.2002]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Draeseke Sinfonie Nr. 2 F-Dur op. 25
2 Serenade D-Dur op. 49

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Radio-Philharmonie Hannover des NDR Orchester
Jörg-Peter Weigle Dirigent
 
999 719-2;0761203971923

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