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CD-Besprechung

Richard Wagner: Die Walküre

DG 1 DVD-Video 073 011-9

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 01.11.01

Klassik Heute
Empfehlung

DG 073 011-9

1 DVD-Video • 4h 01min • 1989

Gerade gepeinigt und im ästhetischen Selbst- und Fremdverständnis arg gebeutelt von der jüngsten Salzburger Marthaler-Veralberung des Mozartschen Figaros, nehme ich eine so grundkonservative, fast schon ur-wagnerianisch aufgeputzte und bühnenbebilderte Produktion wie diese aus der New Yorker Met als eine Erholung für Augen und Ohren zur Kenntnis. Ich wende mich mit diesen Zeilen keinesfalls gegen großartige Geist- und Nachdenkensleistungen à la Chéreau und dessen Bayreuther Ring-Provokation vor fast schon urdenklichen Zeiten, sondern gegen modische, inzwischen schon längst altmodische Pseudo-Aktualisierungen ewig pubertierender Opernvergegenwärtiger.

Hier nun begegnen wir den Traditionalisten Otto Schenk und Günther Schneider-Siemssen, die es zwischen Hundings Behausung und dem feuerumwaberten Brünnhilden-Felsen in nichts an Realistik im Sinne bunter, düsterer, markanter Germanen-Realistik fehlen lassen. Und auch die von Rolf Langenfass erdachte Garderobe erinnert eher an Alt-Bayreuther Modenschauen. Dennoch erlebt man hier Wagners Walküre als eben jenes langwierige, kraft- und problemstrotzende Liebes- und Verurteilungsepos, als das es in Text und Musik verbürgt ist und trotz mancher textlicher Verbogenheiten bis ans Ende aller Bühnentage auch bleiben wird. In New York wird ohne jede Scham ein Märchen nacherzählt, eine phantastische Opernsinfonie mit Stimmen, wenn man will. Und es wird unter der Leitung von James Levine - Respekt! - mit Verve und Sinn für die schönen und die glitzernden Details musiziert. Und es wird bemerkenswert gesungen! Jessye Norman als dunkle, alles andere als arische Sieglinde nutzt all ihr Differenzierungsvermögen, um einer zum Unglück verurteilten Heldin Sieghaftigkeit zu verleihen. Auch Gary Lakes macht eine gute Figur, obwohl mir in der Partie des Siegmund wohl auf ewig der aufopferungsvolle, alle expressionistischen Benimmregeln verachtende Jon Vickers aus der Salzburger Karajan-Ära unvergeßlich bleiben wird. James Morris (Wotan), Hildegard Behrens (Brünnhilde) und Kurt Moll (Hunding) bürgen Ende der 90er Jahre für gesunden, modulationsfähigen Wagner-Gesang. Die optische Aufbereitung ist - trotz langer dunkler Passagen - von verantwortungsvoller Qualität; die Klangübertragung markant und durchsichtig. So hält man es 241 Minuten vor dem Bildschirm aus und erlebt die große Oper ohne wesentliche Einbußen im Wohnzimmer.

Peter Cossé † [01.11.2001]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Wagner Die Walküre

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Hildegard Behrens Sopran
Jessye Norman Sopran
Christa Ludwig Mezzosopran
Gary Lakes Tenor
James Morris Bariton
Kurt Moll Baß
Metropolitan Opera Orchestra Orchester
James Levine Dirigent
 
073 011-9;0044007301197

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