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CD-Besprechung

Strauss Dances

Strauss Dances

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 01.06.01

Hyperion CDA67169

1 CD • 69min • 1999

Die Titel der Altwiener Tänze muten oft wie musikalische Stadtnachrichten an. Der Tivoli-Rutsch-Walzer hängt mit der Eröffnung eines Vergnügungslokals im Vorort Meidling zusammen, wo eine hölzerne Rutschbahn installiert war. Der Chachucha-Galopp ist eine Huldigung für die Ballerina Fanny Elßler, zu deren berühmtesten Soli der spanische Kastagnettentanz gehörte. Der Thermenwalzer wurde für den Ball der Wiener Medizinstudenten geschrieben, mit Eisele und Beisele sind zwei stehende Figuren aus den Fliegenden Blättern gemeint, die in Wien viel gelesen wurden. Sechzehn Nummern mit zum Teil recht kuriosen Titeln sind hier versammelt, davon entfallen auf den "alten" Strauß zwölf und auf den "jungen" vier. Eine originelle Umkehrung des geläufigen Prinzips, denn üblicherweise muß sich Johann Strauß-Vater mit einem einzigen Stück, dem altbekannten RadetzkyMarsch bescheiden. Hier steht er ausnahmsweise im Vordergrund und kann mit seinen brillanten und spritzigen Einfällen beweisen, daß er es gar nicht nötig hätte, sich von seinem berühmten Sohn die Schau stehlen zu lassen.

Das Londoner Gaudier-Ensemble trägt die Kompositionen in einer kammermusikalischen Fassung vor, die der Wiener Musikforscher Alexander Weinmann (1901-1987) hergestellt hat. Das hat selbstverständlich wenig mit dem Originalklang der Strauß-Kapelle zu tun, die niemals weniger als fünfundzwanzig bis dreißig Musiker beschäftigt hat. Der filigrane, ausgedünnte Klang der acht Instrumente bringt jedoch den Vorteil, daß die Strukturen der Musikstücke wie im hellen Strahlenlicht erscheinen. Musik, bei der man gewissermaßen die Rippen zählen kann. Da die Musiker mit Präzision und tänzerischem Schwung spielen, kommt ein anregendes und gewinnbringendes Ergebnis zustande. Zeitlich unpassend wurde das Titelbild ausgewählt, denn es zeigt einen Ball der Stadt Wien aus dem Jahr 1904. Damals war auch Strauß-Sohn schon fünf Jahre tot.

Clemens Höslinger [01.06.2001]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Strauß (Vater) Salon-Polka op. 161
2 Chineser-Galopp op. 20
3 Eisele und Beisele-Sprünge op. 202
4 Chachucha-Galopp op. 97
5 Tivoli-Rutsch-Walzer
6 Jugendfeuer-Galopp op. 39
7 Loreley-Rheinklänge op. 154
8 J. Strauß (Sohn) Annen-Polka op. 117
9 J. Strauß (Vater) Wiener-Gemüths-Walzer op. 116
10 Gitana-Galopp op. 108
11 Exeter-Polka op. 249
12 Seufzer-Galopp op. 9
13 J. Strauß (Sohn) Wo die Citronen blühn op. 364
14 Thermen-Walzer op. 245
15 Liebeslieder-Walzer op. 114
16 Scherz-Polka op. 72

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
The Gaudier Ensemble Ensemble
 
CDA67169;0034571171692

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