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CD-Besprechung

Robert Schumann: Klavierwerke

Nuova Era Internazionale 13 CD NE 7353

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 01.04.01

Nuova Era Internazionale NE 7353

13 CD • 14h 40min • P 1989

Mitte der 70er Jahre veröffentlichte Jörg Demus bei der Stuttgarter Firma Intercord eine seinerzeit vielbeachtete, aber auch in manchen Details heftig kritisierte Gesamtaufnahme der Schumannschen Klavierwerke. Das umfangreiche Langspielplatten-Projekt bezog seinen Reiz nicht nur aus der Tatsache, daß man eine Reihe von selten beachteten Stücken und Werkreihen (wie etwa die frühen Paganini-Studien) zu Gehör bekam, sondern aus dem erfreulichen Umstand, das Demus zusammen mit Norman Shetler auch Schumanns Werke für Klavier zu vier Händen bzw. für zwei Klaviere (op. 46) mit einbezog. In der hier zur Diskussion stehenden italienischen Aufnahme aus der zweiten Hälfte der 80er Jahre beschränkt sich Demus auf die Solowerke - diese aus einem reichen Erfahrungsschatz heraus gestaltend, mit liebevollem, herzerwärmendem Engagement, wenn man will: als einer der autorisierten Klaviergeschichtenerzähler dieses Jahrhunderts. Natürlich wissen die Kenner der Klavierszene, wes Geistes Kind der reife, unermüdlich reisende, gleichsam aus den hochsoliden technischen Resourcen seiner Studien- und frühen Virtuosenzeit zehrende Demus im Stadium vorgerückten Alters war. Er phrasierte biegsam und anschaulich, bewältigte selbst in den schwierigsten Passagen alle Noten, aber immer ein wenig (und manchmal auch nicht nur ein wenig) auf Kosten der rhythmischen Stabilität. Demus' Schumann ereignet sich im Albumblatt, in der lyrischen Mitteilung und in den schönen, beziehungsreichen Verschwiegenheiten, weniger in den stolzen Themenformationen und

-auftürmungen etwa des Carnevals. Vieles im primär motorischen Bereich - wie etwa in den Ecksätzen der g-Moll-Sonate - kommt kurzatmig, ja verwackelt, auf sehr, sehr kurze Sicht hin gespielt (oder gar nur gefingert), aber dennoch gelingt es diesem Hexer des virtuosen Minimalismus', die ästhetischen Grundzüge Schumanns im Allgemeinen und die Botschaft eines Satzes im Speziellen plastisch zu halten. Während Kollegen wie Peter Frankl oder Karl Engel in ihren Gesamtdarstellungen bisweilen ein schnittigeres, zumindest drängenderes Schumann-Spiel favorisieren und auch weitgehend durchzuhalten vermögen, begegnet uns Demus als Geschichtenerzähler, als Lauschender und Belauschender in den kreatürlichen und literarischen Räumen der Schumannschen Bilder-, Tier-, Pflanzen- und Ideenwelt. Manchem Hörer, der sein Schumann-Bild an jüngeren Interpreten oder auch an Architekten wie Gilels oder Richter entwickelt und gefestigt hat, werden Demus' Vorlesungen altmodisch vorkommen. Aber sie bleiben - wie ich meine - das anrührende Dokument eines Künstlers, in dessen Wirken mit zunehmenden Jahren immer stärker das Gekannte und Erkannte vor dem Gekonnten rangierte. - Im Unterschied zur Erstausgabe liegen die italienischen Begleittexte nun auch in englischer Sprache bei.

Peter Cossé [01.04.2001]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Schumann Klavierwerke

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jörg Demus Klavier
 
NE 7353;8010984173531

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