Johann Gottlieb Janitsch
Harpsichord Concertos • Symphonies
Marcin Świątkiewicz • Arte dei Suonatori
cpo 555 772-2
1 CD • 54min • 2024
15.06.2026
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Gesamteindruck:![]()
Neben Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Joachim Quantz und den beiden Brüdern Graun zählte auch Johann Gottlieb Janitsch (1708–1762) zu den namhaften Mitgliedern der Hofkapelle des Kronprinzen und späteren Königs Friedrichs II. von Preußen. Janitsch wurde in seiner schlesischen Heimat zum Musiker ausgebildet und schloss sich 1736 der kleinen Kapelle an, die der preußische Kronprinz Friedrich anfangs in Ruppin und später in Rheinsberg unterhielt. Nach dem 1740 erfolgten Regierungsantritt Friedrichs II. wurde er als Contraviolonist in die königliche Hofkapelle übernommen. In Berlin entfaltete Janitsch eine rege Tätigkeit als Komponist und trat auch als Veranstalter seiner bereits in Rheinsberg begründeten so genannten „Freitags-Akademien“ in Erscheinung: Dies waren halböffentliche Hauskonzerte, mit denen er von der preußischen Metropole aus eine wichtige Rolle in der Entwicklung des frühbürgerlichen Konzertwesens spielte, die in der Beurteilung seines musikgeschichtlichen Wirkens von der Nachwelt nur ungenügend gewürdigt worden ist.
Weg in die Zukunft
Von seinen Lebensdaten der Generation der Bach-Söhne angehörend, fügt sich Janitsch ausgesprochen harmonisch in diese Komponistengeneration ein, die zunächst von Preußen durch Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) geprägt wurde: Seit 1738 als "Kammmercembalist" dem Hof des preußischen Kronprinzen und späteren König Friedrich II. verbunden, wurde der "Berliner" Bach zum wichtigsten Vorbild der deutschen Musik des 18. Jahrhunderts. In dieser Funktion eines musikalischen Leitsterns leuchtete Carl Philipp – auch später, als er die Nachfolge seines Paten Georg Philipp Telemann in Hamburg angetrat und so zum "Hamburger Bach" wurde – über seinem Jahrhundert ähnlich hell wie sein Vater Johann Sebastian nach der Wiederentdeckung im frühen 19. Jahrhundert seither die Musikgeschichte überstrahlt. So wurde C. Ph. E. Bach auch zum Archetyp der auf dieser CD versammelten Kompositionen von Johann Gottlieb Janitsch.
Energisches Plädoyer
Mit ebenso zupackender wie einfühlsamer Musikalität präsentieren die Musiker des Ensembles Arte dei Suonatori unter der Leitung von Marcin Świątkiewicz ein Programm von jeweils zwei Sinfonien und zwei Cembalokonzerten von Janitsch. Die vier Musikstücke bilden ein gutes Bild des Schaffens dieses Komponisten ab: Sie zeigen ihn ebenso als souveränen Musiker seines Zeitalters wie auch als Musikschaffenden, der imstande war, eine eigenständige musikalische Sprache zu entwickeln. Somit bietet diese CD ein fesselndes Porträt eines bisher zu wenig beachteten Komponisten aus dem 18. Jahrhundert.
Detmar Huchting [15.06.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Johann Gottlieb Janitsch | ||
| 1 | Sinfonie F-Dur JWV 7:F6 | 00:08:09 |
| 4 | Cembalokonzert F-Dur JWV 6:F1 | 00:16:47 |
| 7 | Sinfonie Es-Dur JWV 7:Es3 | 00:11:23 |
| 10 | Cembalokonzert As-Dur JWV 6:As1 | 00:17:50 |
Interpreten der Einspielung
- Arte dei Suonatori (Orchester)
- Marcin Świątkiewicz (Cembalo)
