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Meldung vom 05.11.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Zum Tod von Helga Schmidt-Gaden

Die "Seele des Tölzer Knabenchors" starb am 03.11.26 nur wenige Monate nach ihrem Ehemann

Im April 2026 starb mit Gerhard Schmidt-Gaden der Gründer des Tölzer Knabenchores, der heute zu den berühmtesten Knabenchören der Welt zählt. Nun folgte ihm seine Ehefrau Helga Schmidt-Gaden am 03.11.2026 nach. Sie hatte ihren Ehemann 1965 in Salzburg am Orff Institut kennen gelernt und war später 20 Jahre lang Geschäftsführerin des Tölzer Knabenchores, zuletzt Prokuristin. Zudem betreute sie Generationen von Tölzer Knaben bei Proben, Reisen und Veranstaltungen aller Art bis hin zum leiblichen Wohl. "Helga Schmidt-Gaden war nicht nur meine Mutter, sondern die Mutter des gesamten Chores", sagt Tochter Barbara Schmidt-Gaden, die heute die Geschäftsführung des weltberühmten Knabenchores innehat: "Sie organisierte ganze Tourneen, war aber auch berühmt für ihre Schnitzelbrote und half selbst bei Heimweh. Sie hat meinem Vater stets den Rücken freigehalten – nur durch sie waren unsere vielen Projekte überhaupt möglich". Der Tölzer Knabenchor wird dieses Jahr 70 Jahre alt.

Von 1997 bis 2017 war Helga Schmidt-Gaden Geschäftsführerin des Tölzer Knabenchores. Doch diese offizielle Funktion beschreibt nur einen kleinen Teil ihres jahrzehntelangen Wirkens. Für Generationen junger Sänger, deren Eltern, für Mitarbeiter und Wegbegleiter war sie weit mehr als eine Organisatorin und Managerin: Sie war Vertrauensperson, Fürsorgerin, Ansprechpartnerin und eine prägende Persönlichkeit im Leben des Chores.

Von Salzburg nach Bad Tölz

Ihre Geschichte mit dem Tölzer Knabenchor begann lange vor ihrer offiziellen Geschäftsführertätigkeit. 1965 lernte Helga Schmidt-Gaden, damals ausgebildete Kindergärtnerin, bei einer Fortbildung am Orff-Institut in Salzburg den jungen Musikpädagogen Gerhard Schmidt-Gaden kennen. Gemeinsam gründeten sie am Orff-Institut den Salzburger Knabenchor. Zugleich war sie in München an einem der vier Sonderkindergärten für das Orff-Schulwerk tätig.

Die gemeinsame Begeisterung für Musik, Gesang und die Arbeit mit Knabenchören verband die beiden nicht nur beruflich, sondern auch persönlich. 1968 heirateten sie. Als Tochter Barbara geboren wurde, war die Familie komplett. Zudem wuchs auch die Verbindung zum Tölzer Knabenchor, den Gerhard Schmidt-Gaden ins Leben gerufen hatte und dessen Entwicklung Helga Schmidt-Gaden von Beginn an entscheidend mitprägte.

Organisationstalent, Fürsorgerin und Vertrauensperson

Über Jahrzehnte kümmerte sie sich um die jungen Sänger – bei Proben, Konzertreisen und Veranstaltungen im In- und Ausland. Ihr Aufgabenbereich kannte kaum Grenzen: Sie organisierte Reisen, sorgte für das leibliche Wohl, leistete Erste Hilfe und hatte stets ein offenes Ohr, wenn Heimweh oder andere Sorgen die jungen Sänger plagten.

Mit dem Wachstum des Chores entwickelte sich auch ihr Aufgabenfeld stetig weiter. Aus der familiär geprägten Organisation wurde eine international renommierte Institution mit professionellen Strukturen. Dabei blieb ein Anspruch stets erhalten: Die jungen Sänger sollten nicht nur musikalisch gefördert, sondern auch menschlich begleitet und umfassend betreut werden.

Auszeichnung für ihr langjähriges Engagement

Für ihr langjähriges Engagement wurde Helga Schmidt-Gaden 2016 vom damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Wie sehr Helga Schmidt-Gaden den Tölzer Knabenchor geprägt hat, bringt ihre Tochter Barbara Schmidt-Gaden in einem Satz auf den Punkt: „Meine Mutter Helga Schmidt-Gaden war die Seele des Tölzer Knabenchores und ist nicht nur für mich ein unersetzlicher Verlust.“ Ein langjähriger Fan des Chores bezeichnete sie einmal treffend als „Unsung Hero“ – als eine stille Heldin, deren unverzichtbarer Beitrag zum Erfolg und zur Geschichte des Chores oft hinter den Kulissen blieb.

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