Semperoper Dresden: Premiere von Lehárs „Die lustige Witwe“
Dirk Schmeding entdeckt Franz Lehárs Welterfolg neu
Dirk Schmeding entdeckt Franz Lehárs Welterfolg neu als turbulentes Spiel um Liebe, Lug und Luxus: Die lustige Witwe feiert am 29. November 2026 mit zahlreichen Hausdebüts Premiere an der Semperoper. Unter dem Witwenschleier geraten überholte Konventionen aus dem Takt. Wenn sich der Vorhang in der Semperoper für die Neuproduktion Die lustige Witwe hebt, entfacht Regisseur Dirk Schmeding einen ebenso turbulenten wie amourösen Tanz um Geld und große Gefühle. Zu Lehárs mitreißender Musik richtet er einen pointierten Blick auf die Spielregeln zwischen Liebenden und Besitzenden.
Zuletzt stand das Werk 2007 auf dem Programm
Nur ein Jahr nach der Wiener Uraufführung feierte Die lustige Witwe am 20. Oktober 1906 im Dresdner Residenz-Theater ihre erste Aufführung in der Stadt. Nach Jérôme Savary im Jahr 2007 ist Dirk Schmedings Inszenierung erst die zweite Produktion dieser zu den erfolgreichsten Werken der Musikgeschichte zählenden Operetten an der Semperoper. In seinem Hausdebüt blickt der Regisseur hinter die glanzvolle Fassade des Pariser Vergnügungslokals Maxim und legt die Widersprüche einer Gesellschaft offen, in der Geld und Liebe miteinander ringen. Zwischen weiblicher Selbstbestimmung und männlichem Besitzanspruch geraten die Figuren dabei in den Zwiespalt von Erwartungen und Abhängigkeiten »in einer Welt, in der keiner mehr dem anderen vertraut«, so Schmeding. Am Ende steht die Frage, wie frei der Mensch in seinem Handeln und Begehren tatsächlich ist.
Turbulente Inszenierung, opulente Ausstattung
In Martina Segnas opulenter Ausstattung wird der Witwenschleier zum vieldeutigen Symbol. Gemeinsam mit Kostümbildner Frank Lichtenberg rückt sie die erotische Dimension der Operette augenzwinkernd ins Zentrum, um gesellschaftliche Rollenbilder und vermeintliche Gewissheiten ordentlich ins Wanken zu bringen. Die musikalische Leitung liegt bei dem Iren Killian Farrell, designierter Generalmusikdirektor in Nürnberg, der bereits häufig am Pult der Sächsischen Staatskapelle stand. Weitere neue Begegnungen verspricht hingegen die Besetzung dieser Neuproduktion. Als umschwärmte Hanna Glawari betritt Erica Eloff erstmals die Dresdner Opernbühne. Mit Charme und Selbstbewusstsein behauptet sich in der Interpretation der südafrikanischen Sopranistin die Witwe auf dem gesellschaftlichen Parkett, vertrauend auf die Macht ihres Vermögens.
Daneben verkörpert Johannes Martin Kränzle in seinem Hausdebüt den Grafen Danilo Danilowitsch, der sich zwischen amourösen Verwicklungen und gesellschaftlichen Erwartungen behaupten muss. Ebenfalls erstmals an der Semperoper sind Stefanie Dietrich als Njegus und Aljoscha Lennert als Raoul de Saint-Brioche zu erleben.
- Franz Lehár, Die lustige Witwe Franz Lehár
- Inszenierung: Dirk Schmeding
- Premiere am Sonntag, dem 29. November 2026, um 17 Uhr in der Semperoper
- Weitere Vorstellungen im Dezember 2026 und Januar 2027
- Mit Erica Eloff, Magdalena Lucjan, Aljoscha Lennert, Stefanie Dietrich, Johannes Martin Kränzle, Markus Marquardt, Mario Lerchenberger, Jürgen Müller, Martin-Jan Nijhof sowie dem Sächsischen Staatsopernchor Dresden. Die Sächsische Staatskapelle Dresden spielt unter der musikalischen Leitung von Killian Farrell.
Karten für die Veranstaltungen der Semperoper Dresden sind in der Schinkelwache am Theaterplatz, (T +49 (0)351 4911 705) erhältlich. Für den Online-Kartenkauf und die Platzreservierung steht der 3D-Saalplan der Semperoper im Online-Ticket-Shop zur Verfügung.
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