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CD-Besprechung

Jules Massenet: Thais (Gesamtaufnahme)

Decca 2 CD 466 766-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 01.10.00

Klassik Heute
Empfehlung

Decca 466 766-2

2 CD • 2h 27min • 1997/98

"Massenet kommt von Meyerbeer und Gounod her, die er freilich noch mehr veräußerlicht und versüßlicht". Dieses abschätzige Urteil aus Riemanns Musiklexikon hat Jules Massenet nicht zuletzt seiner populärsten Komposition zu verdanken: der zum trivialen Dauerbrenner von Klassikwunschkonzerten abgewerteten Méditation aus Thaïs. Obwohl diese Comédie-lyrique nach Manon und Werther die bekannteste Oper des Komponisten ist, blieb sie ein Stiefkind des Plattenkatalogs. Unter den nur fünf Studioproduktionen verdient keine einzige das Prädikat "Referenzaufnahme", lediglich einige Einzelleistungen ragen aus dem Mittelmaß heraus; Julius Rudels Dirigat (RCA 1974) oder Gabriel Bacquiers Athanaël auf derselben Aufnahme etwa, die allerdings durch die ruinöse Stimmverfassung Anna Moffos entscheidend beeinträchtigt ist. Dies hat sich nun auf einen Schlag geändert, durch diese exzellente Neuaufnahme. Yves Abel befreit Massenet nachdrücklich vom Vorurteil eines schwülstig-süßlichen Kitschmusikers und bietet eine vor Emotionen vibrierende, aber dennoch von Raffinement, Clarté und Esprit getragene Interpretation dieser Oper. Abels Rezept? Ganz einfach: er hält sich strikt an die zahllosen akribischen Vortragsbezeichnungen, mit denen der Komponist höchst differenzierte Hinweise gibt, wie diese Partitur zum Klingen, Blühen und Funkeln zu bringen ist; allein in der ca. fünf Minuten dauernden Méditation tauchen rund 50 Angaben zu Tempi, Dynamik und Phrasierung auf. Maßgeblich mitgetragen wird das exzellente künstlerische Niveau dieser Produktion von den beiden vokalen Protagonisten. Für Renée Fleming und Thomas Hampson als Thaïs und Athanaël dürfte es derzeit wohl kaum Konkurrenz geben. Der amerikanischen Sopranistin gelingt darstellerisch ein faszinierendes Porträt der janusköpfigen Titelfigur, die sich von der Hure zur Heiligen wandelt und sie überzeugt stimmlich durch luzide Klangschönheit, lyrische Intensität und brillante Spitzentöne bis zum hohen D. Ihr ebenbürtig: Thomas Hampson, der einmal mehr eine stimmliche Noblesse, Präsenz des Ausdrucks und Stilsicherheit entfaltet, als handle es sich um eine gängige Partie des Opernalltags und nicht um eine Repertoirerarität.

Kurt Malisch † [01.10.2000]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Massenet Thais (Gesamtaufnahme)
 
466 766-2;0028946676622

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