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CD-Besprechung

J. Kosma

Decca 1 CD 460 050-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 01.11.00

Decca 460 050-2

1 CD • 79min • 1997

Die Biographie des Komponisten Joseph Kosma (im Beiheft ausführlich dargestellt), ist typisch für jene Künstler-Passionen, die sich im leidvollen zwanzigsten Jahrhundert oftmals abgespielt haben. Geboren 1905 in Budapest, früh als Klavierspieler und Komponist erfolgreich. In den Zwanziger Jahren folgte reges Wirken in Berlin, wo Kosma zum Mitarbeiterkreis Brechts gehörte. Als Jude mußte er 1933 vor den Nazis fliehen, hielt sich unter abenteuerlichen Bedingungen in Paris auf. Immerhin konnte er überleben und nach 1945 seine Komponistenlaufbahn wieder aufnehmen. Kosma schrieb Filmmusiken für Jacques Prévert und Marcel Carné sowie Vortragsstücke für Juliette Gréco. 1969 starb er in der Nähe von Paris.

Seine Lieder und Chansons sind zarte, melodiöse Gebilde, sie besitzen den vielgenannten "Schein des Vertrauten", der den Zuhörern den Eindruck vermittelt, das alles schon irgendwann einmal gehört zu haben. Es sind gut fabrizierte, unterhaltende Kleinigkeiten, deren Themen sich leicht einprägen, eine Musik voll von Charme, Süße und Traurigkeit. Die Aufnahme erscheint in der ehrenwerten Decca-Serie Entartete Musik, wogegen allerdings Einspruch anzumelden ist, denn unter diesem Etikett verstanden die Nazis etwas ganz anderes als die hübschen Unterhaltungslieder Joseph Kosmas. Wäre da nicht "Verfolgte Musiker" das richtigere Motto?

Was die Veröffentlichung zu einem kleinen Ereignis macht, ist die fabelhafte Wiedergabe. Die Arrangements von Jeff Cohen, ausgeführt von Mitgliedern des Matrix Ensembles, sind Musterbeispiele für geschmackvollen klanglichen Décor. Und der Sänger François Le Roux brilliert als vokales Multitalent. Ein Tenor-Bariton-Baß, der für jedes Lied einen anderen Gesangston parat hat, dessen stimmliche Verwandlungskünste vom heiseren Röcheln bis zum zärtlich-schmelzenden Flageolett reichen. Der exzellente Darsteller von Debussys Pelléas hat hier ein wahres Meisterstück auf ungewohntem Terrain vollbracht.

Clemens Höslinger [01.11.2000]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Kosma Les feuilles mortes
2 Si tu t'imagines
3 Rue des Blancs-Manteaux
4 Sans coup férir
5 Danse de automates
6 Faut pas m'en vouloir
7 Je ne veux que te yeux
8 Le Merveilleux Poème
9 Le jour et la Nuit
10 Jésus la Caille
11 Rue de Seine
12 Chants de ghetto
13 Les Soutiers
14 Friedhofstor
15 Barbara
16 L' Hymne à la Resistance
17 Lieder vom Meer
18 Lueur dans la nuit
19 Les enfants qui s'amient
 
460 050-2;0028946005026

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