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CD-Besprechung

Scenes

Werke von Corelli, Bach, Beethoven, Schubert, Tschaikowsky, Elgar, Mahler u.a.

Sony Classical SK 63160

1 CD • 75min • 1997/98

01.11.1999

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 2
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 4

Mit diesen beiden Veröffentlichungen bewegt sich das Australische Kammerorchester auf gewaltig dünnem Eis. Denn derlei Mixed Pickles-Programme müssen intern schon mit großartigen Qualitäten aufwarten, sollen sie trotz der einigermaßen sorglosen Wir-zeigen-jetzt-mal-was-wir-alles-können-Attitüde Kaufreflexe hervorrufen.

Das in den 70ern gegründete Ensemble kann man dafür nur zum Teil verantwortlich machen. Denn die Damen und Herren vom anderen Ende der Welt werfen zunächst einmal eine ganze Menge in die Haben-Schale. Einen drahtig-flexiblen Streicherklang beispielsweise oder eine nachgerade ungeheuerlich breite Spreizung der dynamischen Möglichkeiten. Was der (selbst anständig, aber keineswegs sensationell geigende) Ensemble-Kopf Richard Tognetti damit anfängt, überzeugt indes nur zum Teil. In der Bearbeitung von Beethovens Cavatine aus dem Streichquartett op. 130 stört etwa der Umstand, daß vor lauter An- und Abschwellen eines jeden längeren Tones sich keinerlei formale Dynamik mehr etablieren kann. Im Gegensatz dazu kommt das Adagietto aus Mahlers Fünfter zunächst einigermaßen kompakt und unbeschwert daher, um gegen Ende dann von Pfundnote zu Pfundnote zu poltern. Die zahlreichen Sentiments-Schmierer bei größeren Intervallen gehören in die Mottenkiste der Romantik, die intonations- und ensemblespieltechnischen Ungereimtheiten und Unsauberkeiten in den figurierten Nebenstimmen des Adagios aus Schuberts Der Tod und das Mädchen ins zweite Semester.

Allerdings klingen die Scenes ganz anständig, was man von der Mozart-Elgar-Grieg-Bach-Produktion nicht behaupten kann, bei der sich all das, was potentiell aufhorchen läßt, in den zähen Schlingen gewaltigen Kathedral-Nachhalls verfängt. Dennoch kommen Griegs Holberg-Suite und Elgars Serenade op. 20 ohne jede sentimentale Süße aus, so daß man die Soße regelrecht verflucht, die die Tonmeister da anrührten.

Noch ärgerlicher ist dies im Falle von Mozarts A-Dur-Sinfonie KV 201 und Bachs Orchester-Suite BWV 1068. Hier wird von Ferne deutlich, daß das Australische Kammerorchester keineswegs so außergewöhnlich ist, wie es die beiden grellbunten CDs nahelegen, sondern eine Kapelle, die Fragen älterer und alter Musik auch auf internationalem Parkett gekonnt ausdebattieren kann. Mit flotten bis halsbrecherischen Tempi, rhythmischer Präzision, geschmackvollen Verzierungen. Kurzum: mit untrüglichem Stil-Empfinden und jener gewissen Prise Andersartigkeit, die aufhorchen ließe – wenn nur dieser gruselige Hall nicht wäre. Am Ensemble sollte Sony dranbleiben und das Aufnahmeteam in die Wüste schicken.

Peter Korfmacher [01.11.1999]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
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