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CD-Besprechung

Ben Heppner – Deutsche Opernarien der Romantik

Arien aus Opern von Wagner, Weber, Beethoven, Korngold

Ben Heppner – Deutsche Opernarien der Romantik

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 01.03.99

Klassik Heute
Empfehlung

RCA 09026 63239 2

1 CD • 70min • 1995/98

Wenn der kanadische Tenor Ben Heppner den Aufbau und Ausbau seines Repertoires weiterhin so behutsam und überlegt, klug und konsequent gestaffelt vorantreibt, dann besteht begründete Hoffnung, daß innerhalb der nächsten Jahre wieder einmal ein hochkarätiger Heldentenor heranwächst, dessen Karriere nicht nur als Strohfeuer aufflammt und rasch wieder verlischt, sondern Konstanz und Stetigkeit entwickelt. Nach dem Lohengrin und dem Stolzing tastet sich Heppner nun auch an die schweren heroischen Herausforderungen Richard Wagners heran: an Tristan und Parsifal und die beiden Siegfried-Partien. Bezeichnenderweise hat er durchweg lyrische Szenen ausgewählt, nicht die enorm dramatischen Momente, die in jeder dieser Rollen zu meistern sind: also nicht Tristans Fieber-Ekstasen gegen Ende des dritten Akts, sondern den halluzinatorischen Monolog zu Beginn dieses Aufzugs, nicht Siegfrieds jubelnde Schmelz- und Schmiedelieder, sondern die idyllische Szene, wenn der Held die schlafende Brünnhilde entdeckt, nicht Parsifals Aufschrei "Amfortas! Die Wunde!", sondern die abschließende feierliche Ansprache "Nur eine Waffe taugt". Auch der Rest des Programms ist überwiegend von Elegie, Kontemplation und Melancholie bestimmt: von Adolars Liebessehnsucht (Euryanthe), Pauls Wehmut und Gefühlszwiespalt (Die tote Stadt), Rienzis gottesfürchtiger Andacht (Rienzi), Eriks beschwörender Inbrunst (Der fliegende Holländer). Anders als den meisten Heldentenören, die hier eher Schwierigkeiten haben, weil ihnen in solchen Szenen das oberflächliche stimmliche Auftrumpfen verwehrt ist, gelingt es Heppner durchweg, dank stilsicheren Vortrags, der lyrischen Verhaltenheit dieser Gesänge gefühlvoll, aber nie gefühlig gerecht zu werden. Und wenn mitunter, wie im Schlußteil der Florestan- und der Max-Arie, heldische Akzente verlangt sind, dann weiß Heppner die dramatischen Reserven seines Tenors mit der nötigen Verve einzubringen. An seiner schlank und konzentriert gebildeten Höhe wird sofort erkennbar, daß es sich bei ihm um einen "gewachsenen" jugendlich-dramatischen Tenor handelt, nicht um einen hochgetrimmten Bariton. Donald Runnicles und das NDR Sinfonieorchester ziehen sich nicht nur auf die rein passive Begleiterrolle zurück, sondern gestalten eine durchaus individuell geprägte orchestrale Folie für dieses beeindruckende Recital.

Kurt Malisch † [01.03.1999]

 
09026 63239 2;0090266323920

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