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Besprechung CD

Luiz Costa

Poemas do Monte
Artur Pereira

Sonoris Causa SC004

1 CD • 50min • 2021

15.01.2023

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

An Klanglandschaften mangelt es nicht in der Musik, vor allem nicht, wenn mit diesem Begriff der Versuch unternommen wird, musikalische Erlebnisse mit Worten und Assoziationen zu beschreiben. Im Falle des portugiesischen Komponisten Luiz Costa darf so etwas ruhig einmal wörtlich genommen werden. Denn Costa ließ sich in seinen zwischen 1916 und 1931 entstandenen Poemas do Monte unmittelbar von Landschaft inspirieren, vor allem von der Bergwelt als ihrer mächtigsten Ausprägung.

Es dürfte sich als sinnvoll erweisen, erst mal diese CD ganz unvoreingenommen, ohne Hintergrundinformationen anzuhören – und ja, da ist schon diese Landschafts-Assoziation und vor allem ein dominierend meditativer Aspekt in Spiel. Zwölf miniaturhafte Stücke reihen sich aneinander, bilden ein abgerundetes Kontinuum. Der Bogen spannt sich von spätromantischer Diktion, in etwa wie bei Grieg, in einen zarten Impressionismus hinein, der später sogar etwas Minimalistisches bekommt, was im fünften Stück Névoa no vale sogar schon etwas auf John Cage verweist, wenn auch nur sehr andeutungsweise. Aber irgendwie hinkt dann doch jeder Vergleich, denn Luiz Costas Tonsprache wirkt im Kern dafür viel zu eigenwillig und immer lyrisch.

Von der eigenen inneren Stimme inspiriert ...

Eigenständig verlief auch der künstlerische Weg von Luiz Costa, der unter anderem bei Ferrucio Busoni studierte, aber auch mit George Enescu und Pablo Casals zusammen gearbeitet hat und als gefeierter Pianist international Karriere machte. Als Pädagoge und Direktor des Musikkonservatoriums in Porto hat er sich um das Musikleben in seinem Heimatland sehr verdient gemacht.

In seinen Poemas do Monte wird klar, dass er bei den imaginären Ausflügen in eine friedliche Berglandschaft vor allem seiner eigenen Stimme folgte und produktiv aus diesem Refugium zu schöpfen weiß. Das Murmeln der Bäche, der Nebel im Tal, vielleicht ein fernes Echo, das von irgendwo reflektiert wird und der Klang von Kirchenglocken – dies alles wird den Flügelsaiten lautmalerisch entlockt und kommt zum Ausdruck in mannigfaltigen, stets wohltuend symmetrisch gebauten Figurationen und den von Luiz Costa bevorzugten melodischen Bögen. All dies erweckt der Pianist Artur Pereira einfühlsam zum Leben, wenn er mit plastisch konturiertem Anschlag die Details modelliert und sich auch in pianistisch herausfordernden Momenten nie aus der Ruhe bringen lässt.

Stefan Pieper [15.01.2023]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
0
Luiz Costa
1Pelos montes fora (aus Poemas do Monte op. 3) 00:05:16
2Conduzindo o rebanho op. 3 Nr. 2 00:03:41
3Sobre as cumeadas op. 3 Nr. 3 00:04:15
4Murmúrios das fontes op. 3 Nr. 4 00:02:36
5Névos no vale op. 3 Nr. 5 00:04:46
6Ao romper d'alva em dia de festa... op. 3 Nr. 6 00:04:17
7Ecos dos vales op. 3 Nr. 7 00:03:02
8Luar nos açudes op. 3 Nr. 8 00:05:02
9Sobre os montes desce a paz op. 3 Nr. 9 00:04:44
10À beira da fonte op. 3 Nr. 10 00:04:33
11Malhadores na eira op. 3 Nr. 11 00:04:45
12Campanários op. 3 Nr. 12 00:03:08

Interpreten der Einspielung

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