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CD-Besprechung

viajar

Cuarteto Mosaico

Castigo 2498

1 CD • 43min • 2022

25.10.2022

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Leichtfüßig, kultiviert und virtuos kommt sie daher, diese Einführung in die „Musica Popular Brasilaira“. Denn das Cuarteto Mosaico besteht aus erfahrenen Musikerinnen und Musikern, die sich mit produktiver Neugier an die Quellen heran begeben und hieraus in virtuoser Instrumentenbeherrschung zu schöpfen wissen. Rainer Mafra, Gitarre, Nina Hacker, Bass und Uta Wagner, Schlagzeug und Perkussion haben sich dafür die versierte Flötistin Britta Roscher ins Boot geholt. Und damit steht eine für dieses Unterfangen authentische Besetzung bereit, geht doch ohne solistische Flöte in der „Musica Popular Brasileira“ kaum irgendetwas.

Schmelztiegel der Musikeinflüsse

Überwiegend heiter und sonnig mutet die Musik auf diesem Tonträger an und nimmt dabei mal eben über 100 Jahre Musikgeschichte in Brasilien ins Visier. Und dabei ist jeder Genrebegriff viel zu weit gefasst, als dass man hier einengend von Folklore sprechen sollte. Viele der hier vertretenen Stückeschreiber setzten bei den „Choros“ an, die seit Ende des 19. Jahrhunderts indigene Musikstile mit Einflüssen aus der europäischen Klassik verbanden. So etwas wirkt heute noch zeitlos, also lebt in den Stücken dieser CD bei allen feinen stilistischen Unterschieden durchgehend viel Anmut. Walzer und Polka flossen in diesen Schmelztiegel mit ein, aus dem dann irgendwann der Tango hervorging. Wiederum afrobrasilianische und rhythmische Elemente nährten aus anderen Richtung kommend die Tradition der Choros, um später dann die Tanzform der Samba hervor zu bringen.

Referenzstücke zum Leben erweckt

Wenn das Cuarteto Mosaico einschlägige „Referenzstücke“ für solche Entwicklungen heran zieht, wirken diese nicht wie in einem Museum ausgestellt, sondern werden spielfreudig im Hier und jetzt zum Leben erweckt. Zwei Tangos von Luis Fernández beweisen, dass Tango auch sehr heiter und fröhlich daher kommen konnte. Gitarrist Rainer Mafra und die Flötistin Britta Roscher verstehen sich durchweg als eloquente Dialogpartner. Der Gitarrist Celso Machado war in seiner Kindheit selbst als Straßenmusiker unterwegs und hat der Duobesetzung für Flöte und Gitarre vieles auf dem Leib geschrieben. Auf jeden Fall zeigt sich beim Cuartato Mosaico ein durchweg sensibles Gespür für musikalische Interaktionen, bei der auch eine leichtfüßige Rhythmusgruppe tatkräftig mitmischt. Und Britta Roschers Flöte ist auch für so manchen leichtfüßigen Gesangspart gut, etwa in Luis Fernández sinnlicher Bossa-Nova-Nummer, El Pollo Ricardo oder in den wiegenliedartigen Lamentos von Pixinguinha.

Musikalische Interaktion

So sehr die brasilianische Musiktradition von europäischen Einflüssen genährt wurde, so umfassend strahlt sie seit dem 20. Jahrhundert auf Europa zurück. Vor allem auf den europäischen Jazz, der ja ganz besonders auf stilistische Integration setzt: Diesen Aspekt würdigt das Cuarteto Mosaico durch die einfühlsame Bossa-Nova-Adapation Liliana aus der Feder des polnischen Jazzmusikers Michael Urbaniak. Tänzerisch-jazzig kommt das Finale dieser Aufnahme daher: Berimbass heißt eine Nummer des katalanischen Kontrabass-Virtuosen Renaud Garcia-Fons. Einmal mehr entfaltet sich der Gitarrist Rainer Mafra mit seinem freudig-quirligen Figurenspiel.

Stefan Pieper [25.10.2022]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Hermeto Pascoal
1O Ovo
Jacó do Bandolim/J Calandrelli
2Doce de coco
Ernesto Julio Nazareth
3Escorregando
Pixinguinha
4Ingênuo
Luis Fernández
5El Pollo Ricardo
Celso Machado
6Algodão Doce
Nelson Faria
7Ioiô
Moacir José dos Santos
8De Bahia ao Ceará
Pixinguinha
9Lamentos
Michal Urbaniak
10Liliana
Renaud Garcia-Fons
11Berimbass

Interpreten der Einspielung

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