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CD-Besprechung

Tālivaldis Ķeniņš

Symphonies Nos. 5 & 8, Aria

Ondine ODE 1388-2

1 CD • 53min • 2021

09.02.2022

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Die Gesamtaufnahme der Symphonien des in Lettland geborenen, nach seinen Studien in Riga und Paris ab 1951 in Kanada ansässigen Komponisten Tālivaldis Ķeniņš (1919-2008) auf Ondine schreitet voran. Und mit jeder CD erscheinen einerseits neue Aspekte dieses hochinteressanten – nach eigener Einschätzung – Eklektikers, der freilich über ein ganz außerordentliches Handwerk aller modernen Techniken verfügte. Andererseits lernt man zunehmend gewisse, schnell als ganz persönliche Handschrift erkennbare Eigenheiten mehr und mehr lieben: so etwa die grandiose Farbigkeit seiner Schlagzeugbehandlung.

Eine Symphonie mit Reminiszenzen an Arthur Honegger

In Ķeniņš‘ Symphonie Nr. 5 von 1976 spürt man seine Verehrung der Musik Arthur Honeggers – seit er 1946 dessen Symphonie Liturgique gehört hatte – besonders deutlich. Das 20-minütige Stück lässt bei durchgehender Einsätzigkeit klar drei Abschnitte erkennen und beginnt mit zwei Minuten robuster, rhythmisch pointierter Gewalt, die dann zwar mehrfach gebrochen wird, aber unterschwellig (große Trommel etc.) ständig aktiv bleibt. Der langsame Teil (Largo espressivo) – unter Verwendung einer archaischen, litauischen Melodie – steigert sich fast konduktartig, um dann mit fein gesponnenen, nächtlichen Naturlauten in den wieder enorm aktiven Schlussabschnitt zu führen, der sich schließlich quasi geisterhaft verflüchtigt. Die eigentlich streng rationale Komposition benötigt kein Programm, ist dennoch höchst ansprechende Ausdrucksmusik.

Die 8. Symphonie – beinahe ein Orgelkonzert

Auch Camille Saint-Saëns war ein Eklektiker, den Ķeniņš bewunderte. In seiner achten und letzten Symphonie (1986) – Sinfonia concertata betitelt – verwendet er nun die Orgel durchaus solistischer als der Franzose in seiner 3. Symphonie. Uraufführungsorganist des soliden, dreisätzigen Werkes war der Kanadier Patrick Wedd, der bereits das Instrument der neuen Roy Thomson Hall in Toronto eingeweiht hatte. Die lettische Erstaufführung fand erst anlässlich des 100. Geburtstags des Komponisten mit der Titularorganistin der Elbphilharmonie – Iveta Apkalna – statt, die längst als Konzertorganistin internationale Erfolge feiert, und ebenso in der Studioaufnahme – vor allem im 2. Satz (Choral) – äußerst einfühlsam den Solopart gestaltet. Trotz einiger Virtuosität, nicht nur in der finalen Toccata, integriert Ķeniņš die Königin der Instrumente perfekt ins Orchester – wie zu erwarten, einmal mehr mithilfe exquisiten Schlagwerks. Das Nationale Symphonieorchester Lettlands unter Andris Poga spielt die beiden Symphonien sowie die tiefgründig klagende Aria per corde (1984) mit perfekter Durchsichtigkeit, einem klaren Blick auf Details bei gleichzeitig beeindruckender Realisierung der großen Spannungsbögen. Und die Aufnahmetechnik ist, wie bei den beiden Vorgänger-CDs, ganz vortrefflich. Diese absolut hörenswerte Musik erhält so ein überzeugendes Podium und verdient eine klare Empfehlung!

Martin Blaumeiser [09.02.2022]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Tālivaldis Keniņš
1Sinfonie Nr. 5 00:20:21
5Sinfonie Nr. 8 für Orgel und Orchester (Sinfonia concertata) 00:23:44
8Aria per corde 00:08:27

Interpreten der Einspielung

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