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CD-Besprechung

From Belcanto to Jazz

Opera Phantasies from 150 Years

From Belcanto to Jazz

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 23.08.19

MDG 903 2134-6

1 CD/SACD stereo/surround • 79min • 2019

Um im 19. Jahrhundert Opernmelodien zu verbreiten, gab es mehrere Wege: So verwendete Johann Strauß Opernmelodien in seiner Tanzmusik, vor allem in den Quadrillen, Franz Liszt paraphrasierte viele Opern und schuf damit eine eigenständige Klavierwerk-Gattung – Komponisten arrangierten aber auch Opernmelodien für die Besetzung Geige/Klavier, spickten sie mit technischen Höchstschwierigkeiten und lieferten so den Geigenvirtuosen prächtige Vorlagen zum Brillieren in Salons und Konzerthallen.

Volker Reinhold (Violine) und Ralph Zedler (Klavier) widmen dieser Gattung der Opernphantasien nach zwei CDs mit Opernphantasien von Pablo de Sarasate nun bereits die dritte CD. Die einzelnen Phantasien dauern etwa eine Viertelstunde, da kann man schon etwas unterbringen. Dabei reicht die Auswahl der Opern von Bellinis Norma bis zu Gershwins Porgy and Bess. Volker Reinhold reizt hier alle rhetorischen und klanglichen Mittel der Violine aus, er lässt sein Instrument spannungsvoll flüstern, dramatisch aufheulen, munter erzählen, klagen, jammern und lyrisch singen, dies alles mit einer großen Bandbreite an Klangfülle. Ralph Zedler am Klavier steht ihm dabei in nichts nach.

Die beiden Musiker präsentieren dabei neben Henri Vieuxtemps Komponisten, die kaum bekannt sind: Antonio Bazzini, den Schumann schätzte, wie das kundige Booklet mitteilt, František Ondřiček, der Dvořáks Violinkonzert uraufgeführt hatte, und Igor Frolov, einst persönlicher Assistent von David Oistrach. Darin vor allem liegt die Stärke dieser CD-Reihe.

Erstaunlich und überraschend ist, wie gut in dieser Besetzung - auch wenn die Komponisten bisweilen sehr eigenwillige Kompilationen wählten, so verwendet Bazzini nur Musikmaterial, das der Titelfigur von Verdis La traviata zugeteilt ist - Stimmung und Atmosphäre einer Oper aufscheinen, was nicht zuletzt am dramatischen Zugriff der beiden Musiker liegt. So swingt die Violine jazztänzerisch-fröhlich in Frolovs Bearbeitung von Porgy and Bess, das schwüle Südstaaten-Klima zittert in den Trillern nach, die Portamenti vermitteln Jazzgesang-Feeling und melodische Süße, das Klavier bietet fülligen Orchesterklang, farbige Jazzharmonik und blutvolle mitreißende Rhythmik. Für den Rezensenten war diese Opernphantasie die erfreulichste. Der Klang der Aufnahme hat schöne Räumlichkeit und natürlichen Hall.

Rainer W. Janka [23.08.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Bazzini Fantasia su motivi della Traviata di Giuseppe Verdi op. 50 00:15:17
2 H. Vieuxtemps Fantaisie sur Faust de Ch. Gounod (pour violon avec accompagnement de piano ou d'orchestre) 00:15:41
3 F. Ondříček Fantaisie sur des motifs de l'opéra Lavie pour le Czar - Ivan susanin de Glinka op. 16 (pour violon avec accompagnement du piano) 00:13:40
4 H. Vieuxtemps Norma de Bellini op. 18 (Fataisie sur la quatrième corde pour violon et orchestre ou piano) 00:18:30
5 I. Frolov Konzert-Fantasie über Themen aus "Porgy and Bess" op. 19 00:15:52

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Volker Reinhold Violine
Ralph Zedler Klavier
 
903 2134-6;0760623213460

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