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CD-Besprechung

From Berlin to Athens

Piano Works by Nikos Skalkottas

From Berlin to Athens

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 19.07.19

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BIS 2364

1 CD/SACD stereo/surround • 1h 28min • 2017

Nikos Skalkottas (1904-1949) kam nach abgeschlossenem Violinstudium 1921 nach Berlin, wo er zunächst von Willy Hess, dann von Philipp Jarnach und dessen Schüler Kurt Weill unterrichtet wurde. Schließlich gelangte er in Arnold Schönbergs berühmte Kompositionsklasse (1927-31). Schnell zählte ihn der Lehrer zu seinen begabtesten Nachwuchstalenten. Aus finanzieller Not und mit zeitweise labiler Psyche kehrte Skalkottas nach Athen zurück, wo er aber kompositorisch kaum Fuß fassen konnte. Dennoch entstanden dort die meisten seiner bedeutenden Werke, die sich durch – oft zeitgleiche – stilistische Vielfalt auszeichnen: von Tonalität über freie Atonalität bis zur Zwölftönigkeit mit einer ganz persönlichen Reihentechnik, dabei oft griechisch-folkloristische Elemente mit einbeziehend.

Skalkottas‘ Hauptwerk für Klavier – neben vier hochbedeutenden Klavierkonzerten – sind natürlich die wirklich intrikaten 32 Klavierstücke von 1940; eine exzellente Aufnahme erschien bereits in der dem Komponisten gewidmeten BIS-Reihe. Die griechische Pianistin Lorenda Ramou legt mit der vorliegenden, randvollen SACD (88 Min.!) eher kleinformatige Zyklen vor, die aber die stilistische Entwicklung des Komponisten gut nachzeichnen, darunter die vier Suiten für Klavier. Die Berliner Werke verweisen zum Teil auf Popularmusik, erstaunlich die Nähe zu Hindemiths berühmter Suite 1922 (Shimmy) in Skalkottas‘ zwei Jahre später entstandenem Stück. Zumeist leidenschaftlich expressionistisch, teilweise jedoch heterogen dann die drei übrigen Suiten von 1940-41. Am interessantesten vielleicht doch die 15 kleinen Variationen von 1927, die sich klar auf Beethovens c-Moll-Variationen WoO 80 beziehen. Die erst kürzlich entdeckte Tanzsuite Die Gnome setzt Ramous Einspielungen von Ballett-Klaviermusik Skalkottas‘ fort; dies ist kaum mehr als ein Klavierauszug quasi „angewandter“ Musik und letztlich nur für den Sammler von Belang.

Lorenda Ramou, die inzwischen auch über die Klaviermusik von Nikos Skalkottas promoviert hat – entsprechend kenntnisreich ist das Booklet – überzeugt vor allem mit rhythmischer Prägnanz, aber auch einem kultivierten Anschlag, der ebenso dem schönbergschen Klavierwerk gerecht würde. Die späten Suiten – besonders Nr. 2 und 3 – gelingen ihr mit großer Überzeugungskraft, obwohl auch diese Musik noch nicht an die Ausdrucksstärke der großen Orchesterwerke des Griechen heranreicht. So gesehen ist diese CD dann doch eher nicht die richtige Einstiegsdroge für Skalkottas, aber eine unverzichtbare, tadellos präsentierte Ergänzung seiner Diskographie.

Erwähnte Aufnahmen: 32 Klavierstücke: Nikolaos Samaltanos (BIS CD 1133/1134, 1998-2000), Ballettmusik für Klavier: Lorenda Ramou (BIS CD 1564, 2005)

Martin Blaumeiser [19.07.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 N. Skalkottas Griechische Suite (1924) 00:07:16
4 Suite (1924) 00:12:56
7 Sonatina (1927) 00:07:20
10 15 Little Variations für Klavier (1927) 00:08:25
11 Suite Nr. 2 (1940)
15 Suite Nr. 3 (1941) 00:11:59
19 Suite Nr. 4 (1941) 00:07:40
23 The Gnomes (Tanz-Suite, 1939) 00:14:23

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Lorenda Ramou Klavier
 
2364;7318599923642

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