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CD-Besprechung

Musik aus Schloss Wolfenbüttel III

Daniel Selichius - Opus novum

Geistliche Konzerte

Musik aus Schloss Wolfenbüttel III

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 08.04.19

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cpo 555 223-2

1 CD • 73min • 2018

Daniel Selichius, am 4. 2. 1581 zu Wittenberg getauft, latinisierte selbst seinen ursprünglichen Namen Selig/Selich, so wie es Heinrich Schütz gelegentlich mit „Sagittarius“ tat. Selichius immatrikulierte sich 1601 an der Universität Wittenberg, stand seit 1616 als Kapellmeister im Dienst der Grafen von Bünau auf ihrem Schloss Wesenstein nahe Dresden und wurde schon im Jahr darauf Kapellmeister des Bischofs von Verden und Osnabrück. Auf dessen Empfehlung trat er 1621 als Nachfolger von Michael Praetorius (latinisierter Schulze/Schultheiß) in den Dienst Friedrich Ulrichs, Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg, an dessen Hof in Wolfenbüttel, wo er 1626 gestorben ist.

1623/24 veröffentlichte er dort sein Opus Novum, eine Sammlung von geistlichen Konzerten. Nach nahezu 400-jährigem Dornröschenschlaf wurde dieses Werk jetzt durch das Ensemble Weser-Renaissance Bremen unter der Leitung von Manfred Cordes in Hauptkirche Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel aufgeführt. Zuvor waren bereits drei geistliche Konzerte von Selichius auf den beiden CDs „Musik am Hofe derer von Bünau“ erschienen, mit diesen drei Einspielungen erschöpft sich die Diskographie des frühbarocken Komponisten.

Seine Musik ist vielfältig, eingängig, angepasst an die akustischen Gegebenheiten des Aufführungsortes mit raffinierter Ausnutzung architektonischer Möglichkeiten, um ein überzeugendes Ergebnis der damals so beliebten Mehrchörigkeit zu erzeugen. Dass der Eindruck im Vergleich mit Heinrich Schütz, dem Großmeister der Zeit, letztlich ein gefälliger bleibt, ist Daniel Selichius nicht anzulasten: Der Vergleich mit einem der Großmeister der europäischen Musikgeschichte, der auch eine Gegenüberstellung mit hochbedeutenden Zeitgenossen wie Monteverdi nicht zu scheuen braucht, ist ungerecht und leitet auch die Interpretation von Manfred Cordes und seines Ensemble Weser-Renaissance in keiner Weise. Sie führen ihre dritte Entdeckung eines Meisters der Wolfenbütteler Hofmusik mit musikantischer Begeisterung und interpretatorischer Ernsthaftigkeit auf, und so bieten sie einem Meister der protestantischen geistlichen Musik des 17. Jahrhunderts ein Podium, auf dem er seinen Wiedereintritt in die Zahl der bemerkenswerten Komponisten des 17. Jahrhunderts vollkommen zu Recht feiern kann.

Detmar Huchting [08.04.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Selichius Singet dem Herrn ein neues Lied (à 7) 00:04:42
2 Wohl dem, der den Herrn fürchtet (à 9) 00:05:03
3 Laudate pueri Dominum (à 10) 00:06:38
4 Der Herr erhöre dich in der Not (à 9) 00:07:29
5 Laudate Dominum de caelis (à 8) 00:05:14
6 Ich freu mich des, dass mir geredt ist (à 8) 00:05:12
7 Gott sei uns gnädig (à 11) 00:06:56
8 Herr, wie lange willst du mein so gar vergessen (à 2) 00:03:02
9 Jauchzet dem Herrn ihr Völker all (à 10) 00:05:05
10 Siehe, lobet den Herrn (à 7) 00:02:41
11 Herr, der du bist vormals gnädig gewest deinem Lande (à 8) 00:04:26
12 Freut euch des Herren, ihr Gerechten (à 9) 00:06:38
13 Preise, Jerusalem, den Herrn (à 10) 00:04:14
14 Deo dicamus gratias (à 6) 00:01:10
15 Gelobet sei der Herr (à 9) 00:04:23

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Weser-Renaissance Ensemble
Manfred Cordes Leitung
 
555 223-2;0761203522323

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