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CD-Besprechung

Sibelius

Symphonies Nos. 3 • 6 • 7

Sibelius

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 07.10.16

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BIS 2006

1 CD/SACD stereo/surround • 82min • 2015

Ob Osmo Vänskä und das Minnesota Orchestra den „Grammy“ verdient haben, den ihnen die Preisrichter für die Sibelius-Symphonien Nr. 1 und 4 als „Beste Orchesteraufnahme 2014“ zuerkannten, vermag ich nicht zu beurteilen, da diese Einspielung an mir vorübergegangen ist. Ich weiß aber, dass die jetzt erschienene Kopplung der noch fehlenden Nummern 3, 6 und 7, die sich auf einer einzigen Scheibe zu sage und schreibe 82 Minuten summieren, um einiges besser geraten ist als der Auftakt der Serie, der mir vor vier Jahren so viel Missvergnügen bereitet hat. Ich bilde mir nun mal ein, dass die großen Werke des Meisters in jene musikalische Kategorie gehören, die man sich verdienen Muss – als Dirigent, als Hörer und natürlich auch als Orchestermusiker. Dienst nach Vorschrift oder nach der Stoppuhr, wie er in Minnesota bei der Zweiten und Fünften offenbar geleistet worden war, ist nach meinem Verständnis nicht nur ein Vergehen, sondern ein Sakrileg, und ich stehe bis heute zu dem Donnerwetter, das ich weiland entfachen musste.

Desto vergnügter stelle ich fest, dass man sich bei der abschließenden Trilogie dem Mann aus Järvenpää mit mehr Engagement und innerer Anteilnahme gewidmet hat. Zwar ist die Neigung zu flotten, bisweilen vielleicht zu flotten Tempi nicht völlig behoben (der erste Satz der dritten Symphonie insbesondere vertrüge eine gemächlichere Gangart und ein tieferes Atemschöpfen in den himmlischen Steigerungsphasen); es gibt – beispielsweise in dem spektakulären Ende der Siebten – eine gewisse Beiläufigkeit, die dem Erhabenen die letzte Tiefe versagt; und die für Sibelius so typischen, merklich-unmerklichen Übergänge sind gern einmal als scharfe Schnitte gestaltet, wo weiche Blenden angebrachter wären: Doch alles in allem ist der Eindruck so viel vorteilhafter, dass ich ohne Vorbehalte zwei Noten höher greife als im Oktober 2015. Hervorzuheben wären vor allem der Mittelsatz der Dritten und die Ausführung der Sechsten, deren Kantilenen kostbar erblühen und die mit einem geradezu mitreißenden Scherzo aufwarten kann. Vänskä ist überdies ein trefflicher, in seiner Transparenz mitunter verblüffender Klangraum gelungen, worin sich motivisches Spiel und Wachstum überzeugend entfalten können. Zusammenfassend: Auch diese Produktion ist keine Konkurrenz zu Vänskäs exzellenter Lahti-Serie, die BIS heute in der großen Sibelius-Serie zu haben ist – sie wirkt mir aber wie das Dokument eines Lernprozesses, in dessen Verlauf man sich diese Musik allmählich verdient hat.

Rasmus van Rijn [07.10.2016]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Sibelius Sinfonie Nr. 3 C-Dur op. 52 00:29:50
4 Sinfonie Nr. 6 d-Moll op. 104 00:28:58
8 Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 105 (Fantasia sinfonica) 00:22:01

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Minnesota Orchestra Orchester
Osmo Vänskä Dirigent
 
2006;7318599920061

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