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CD-Besprechung

Kammermusik für Streicher böhmisch-mährischer Komponisten des 18. Jahrhunderts

TYXart TXA16076

1 CD • 62min • 2015

08.07.2016

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Beispiele der hochstehenden Musikkultur Böhmens liefert diese CD mit Werken von vier Zeitgenossen Haydns und Mozarts. Von Antonín Kammel, Florian Leopold Gassmann, Franz Koczwara und Anton Zimmermann ist allein Gassmann heute einem breiteren Publikum von Liebhabern der klassischen Musik bekannt, doch stehen alle vier Komponisten beispielhaft für den Export von Musikern, mit denen damals Böhmen das Musikleben Europas bereicherte. Zwei von ihnen, Kammel und Koczwara, konnten London, damals wie heute eine Welthauptstadt der Musik, zu ihrer Wirkungsstätte machen. Florian Leopold Gassmann (1729-1774) wirkte ab 1764 zunächst als Kammerkomponist Kaiser Josephs II., später als „Hof- und Kammercompositor“; nach seinem Tod folgte ihm sein Schüler Salieri in diesem Amt nach. Anton Zimmermann stand in Preßburg, der damaligen Hauptstadt des Königreichs Ungarn, seit 1776 in Diensten des Erzbischofs und Fürstprimas von Ungarn, Joseph Batthyány.

Unter den Kompositionen dieser CD, drei Streichquartetten sowie eine Sonate für zwei Violinen und Cello von Franz Koczwara, sticht Gassmanns Quartett hervor, zwei seiner vier Sätze dürfen ihrer Fugenform wegen als Hommage an Gassmanns Lehrer Padre Giovanni Battista Martini, den berühmten Bologneser Kontrapunktiker, gelten. Die beiden übrigen Quartette und Koczwaras Sonate sind charmante Werke vorklassischer Kammermusik.

Mit dem Begriff „Charme“ ist der Punkt erreicht, auch die Grenzen dieser Produktion aufzuzeigen. Die Mitglieder des seit 2009 in der gegenwärtigen Besetzung zusammen spielenden Sojka Quartetts, Pilsen, sind ehemalige Studenten der Prager Akademie der musischen Künste; leider können sie mit dieser Einspielung nicht zum Ruhm dieser bedeutenden musikalischen Ausbildungsstätte ihres Landes beitragen. Da wird munter drauflosgespielt, man fühlt sich direkt in die Stahlrohrmöbelästhetik der frühen 1960er Jahre zurückversetzt. Erfreulich für das Gesamturteil ist, dass die Liebenswürdigkeit der vier Werke nicht in der munteren Fiedelei ertrinkt. Deutlich ist aber zu hören, dass zu einem musikalisch beseelten Vortrag mehr gehört als mit „Schmackes“ die Töne zu treffen.

Detmar Huchting [08.07.2016]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Antonín Kammel
1Streichquartett B-Dur op. 7 Nr. 2 00:11:08
Florian Leopold Gassmann
4Streichquartett C-Dur 00:13:31
Franz Koczwara
8Sonate C-Dur für 2 Violas und Violoncello 00:16:58
Anton Zimmermann
11Streichquartett F-Dur op. 3 Nr. 3 00:18:37

Interpreten der Einspielung

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