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CD-Besprechung

Respighi • Schumann

Respighi • Schumann

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 11.05.16

Etera ET001

1 CD • 73min • 2014

Interpretatorisch erklärt sich diese aktuelle Produktion des italienischen Pianisten Gabriele Leporatti erst gegen Schluss. Es ist nämlich das ganze hier einspielte Repertoire, sowohl die zeitlich später liegenden Klavierwerke Ottorino Respighis als auch die Fantasie C-Dur op. 17 Robert Schumanns, von der zurückgenommenen Haltung des späten Schumanns der Gesänge der Frühe op. 133 von 1853 her zu verstehen. Gabriele Leporatti verkörpert pianistische Zurückgenommenheit, er liebt die Stille und Einfachheit gerade des Schumann'schen Spätwerks, das auch den Höhepunkt dieses Albums bildet.

Der Anfang mit dem Notturno Des-Dur aus Respighis frühen Klavierstücken enttäuscht noch ein wenig, es erklingt zu schmalbrüstig, zu trocken. In dieser Einspielung ist der Flügel nicht allzu vorteilhaft abgebildet, er erscheint generell zu dumpf, im Diskant zu wenig brillant, in den tiefen Registern zu wenig voluminös. Die anfängliche Befangenheit gibt sich dann in Respighis früher Klaviersonate f-Moll, in welcher die Leidenschaft sowohl im dunklen wie auch in freundlichen Passagen angenehm untergründig herauskommt, stets jedoch kontrolliert, was aber hier den Charakter des Vornehmen annimmt. Allerdings führt Leporattis herbstliche Zurückhaltung im langsamen Satz dazu, dass diesem eine formale Dynamik, wenigstens ein sanfter Drang nach vorn fehlt, er wird eher statisch präsentiert; das Scherzo-Finale wirkt da als gutes Korrektiv.

Reizvoll, wenn auch nicht ganz unproblematisch ist, dass Leporatti versucht, schon Schumanns früher C-Dur-Fantasie die Weisheit der Spätzeit des Komponisten mitzugeben. Dem Beginn fehlt es an Energie, es fehlt dem Vortrag an Volumen und Binnenspannung, um allein durch Zurückhaltung jene stille Übergröße herzustellen, die er wahrscheinlich im Sinn hatte. Auch ein mehr an klavieristischer Pracht wäre möglich, um den orgelgleichen Hymnus adäquat zu präsentieren. Hörbar wohl hingegen fühlt sich Leporatti immer in den verlöschenden Passagen, in denen der Pianist den überirdischen Klängen sozusagen selbstvergessen nachlauscht. Gabriele Leporatti ist ein tiefsinniger, oftmals gedankenverlorener Pianist. Das paßt nicht zu jeder Musik, aber eine solch reflektierende Persönlichkeit muss durchaus ernstgenommen werden.

Dr. Michael B. Weiß [11.05.2016]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 O. Respighi Notturno für Klavier (1. Lento) 00:05:44
2 Klaviersonate f-Moll P 16 00:18:04
5 R. Schumann Fantasie C-Dur op. 17 00:36:10
8 Gesänge der Frühe op. 133 (Fünf Stücke für das Pianoforte) 00:02:42

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gabriele Leporatti Klavier
 
ET001;4250646400320

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