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CD-Besprechung

Johann Gottlieb Janitsch Sonate da Chiesa e da Camera

Johann Gottlieb Janitsch<br />Sonate da Chiesa e da Camera

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 28.01.15

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cpo 777 910-2

1 CD • 73min • 2010

Es ist zweifellos ein großes Verdienst der Schallplattenindustrie, dass der interessierte Musikliebhaber sich über die Werke von längst in Vergessenheit geratenen und wohl nur einem engen Fachkreis bekannten Komponisten durch eine Art „klingende Enzyklopädie“ informieren kann – besonders, wenn die Produktion so gut betextet ist wie es bei der vorliegenden Aufnahme der Fall ist. Denn: wer kennt schon heutzutage den Namen von Johann Gottlieb Janitsch (1708-1763), obwohl er zu seinen Lebzeiten ein durchaus geschätzter Komponist war?

Janitsch studierte zwar auf Wunsch seines Vaters Jura in Frankfurt an der Oder – doch seine Liebe zur Musik war stärker, er komponierte schon dort Serenaden und Huldigungsmusiken. 1736 wurde er Kammermusiker am Hof des Kronprinzen Friedrich in Ruppin, danach am Schloß Rheinsberg; vier Jahre später übersiedelte er im Gefolge seines Dienstherren nach Berlin und war dort, am Hof des nun „Friedrich der Große“ genannten Herrschers, als Kontrabassist und zugleich als Komponist tätig.

Seine Zeitgenossen schätzten Janitsch vor allem wegen seiner Kammermusik: „seine Quartette sind noch zur Zeit die besten Muster dieser Art“, schrieb der Komponist Johann Wilhelm Hertel selbst 21 Jahre nach Janitschs Tod. Davon legt die Aufnahme des Kammerensembles Epoca Barocca unter der Leitung seines Gründers, des Oboisten Alessandro Piqué, ein beredtes Zeugnis ab. Vor allem die drei Sonaten für Oboe, zwei Violinen und Basso continuo (tr. 1-3, tr. 4-6 und tr. 7-9) bieten ein fein ausgewogenes, kammermusikalisch ausgefeiltes und transparentes musikalisches Geflecht, das durchaus als Vorausahnung der Quartettgattung späterer Zeiten gelten dürfte. All diese Nuancen in der Agogik und Dynamik werden im Spiel der Epoca Barocca vorzüglich entfaltet: sowohl die Balance zwischen den einzelnen Instrumenten als auch die erlesene, geistreich akzentuierte motivische Artikulation lassen diese Werke voller Eleganz aufleuchten.

Es ist wahrhaft nicht die Schuld der exzellenten Interpreten, dass die drei darauffolgenden, kleiner besetzten Sonaten einen weniger originellen Eindruck hinterlassen. In diesen Werken vermißt man doch jenen „Esprit“, der die Quartette so ausprägt – da hilft nicht einmal eine noch so inspirierte Wiedergabe, der mitunter eintönigen Musik entscheidende Impulse zu geben. Dennoch: wieder einmal eine wertvolle Ausgrabung!

Dr. Éva Pintér [28.01.2015]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.G. Janitsch Sonata da Chiesa F-Dur 00:12:16
4 Sonata da Camera Es-Dur 00:13:56
7 Sonata da Chiesa F-Dur 00:09:59
10 Sonata da Camera D-Dur 00:12:03
13 Sonata da Chiesa d-Moll 00:13:38
17 Sonata da Camera g-Moll 00:10:00

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Epoca Barocca Ensemble
 
777 910-2;0761203791026

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