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CD-Besprechung

A. Pettersson

BIS 1 CD/SACD stereo/surround 2110

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 17.11.14

Klassik Heute
Empfehlung

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BIS 2110

1 CD/SACD stereo/surround • 65min • 2013

Die Fachwelt ist sich darin einig, dass Allan Petterssons vierte Sinfonie aus dem Jahre 1959 eine besonders komplizierte, spröde, herausfordernde Partitur sei. Und wieder bin ich froh, dass ich nicht vom Fache bin. Denn kaum habe ich mir die aktuelle Produktion des freilich kapitalen, zeitlich aber gar nicht so ausufernden Werkes drei- oder viermal angehört, da öffnet es sich mir – wie so vieles von Pettersson – als ein faszinierender Roman, an dem einen primär das Schicksal der Figuren und nicht etwa die formale Gesamtanlage interessiert.

Mehr als ein paar kurze, einprägsame Motive und deren Ableitungen werden wir uns auf ihrem Wege durch den tönenden Kosmos anfangs kaum merken müssen, um diese Musik tatsächlich zu „erleben”. Die Ballungen und Ausdünnungen, die unerwarteten Begegnungen – höre ich da nach etwa 14 Minuten nicht etwas aus Beethovens Fünfter, drängt sich später nicht das unverwechselbare D-S-C-H auf? – und die tonalen Inseln, an denen wir vorübergleiten, sind derart zwingend, dass aus der anfänglichen Konzentrationsarbeit bald eine angenehme Vertrautheit entsteht. Dieses bereitwillige „Mitgehen” in eine immer weniger verstörende Terra incognita fällt desto leichter, als Christian Lindberg auch in seiner bisher neuesten Pettersson-Aufnahme den enthusiastischen Reiseführer abgibt und sein Orchester den mittlerweile höchsten Hör-Erwartungen wiederum nichts schuldig bleibt. Die kleinsten Bausteine, die sich derart einbrennen wollen, dass sie in jeder noch so entlegenen Variante zu identifizieren sind; die scheinbar schroffen Brüche und die unglaublichen harmonischen Leuchtspuren, die mal einen Choral, mal ein ländlerhaftes Volkslied umreißen; die restlos mit Musik erfüllte Zeit – danach will es partout nicht gelingen, sofort zum zweiten Stück der Veröffentlichung überzugehen, das man aus praktischen Gründen beigefügt hat: Die sechzehnte Sinfonie für Altsaxophon und Orchester, deren extremes Solo in Jörgen Pettersson einen äußerst facettenreichen, ebenso virtuosen wie unerschütterlichen Sachwalter gefunden hat, wirkt im Vergleich mit der zwei Jahrzehnte älteren Vierten geradezu naßforsch und verlangt vom Hörer der permanenten Aktionen eine völlig andere sensorische Ausrichtung. Dass gerade sie die letzte Partitur war, die Pettersson vollenden konnte, mag man angesichts des schier hyperbarock dahintreibenden Stimmengeflechts kaum glauben.

Die diesmal beigefügte Bonus-DVD enthält ein gut fünfzigminütiges Interview aus dem Jahre 1974: „Wer zum Teufel ist Allan Pettersson?” fragte damals das Schwedische Fernsehen. Wer Christian Lindberg und das Symphonieorchester Norrköping hört, weiß auch so genug.

Rasmus van Rijn [17.11.2014]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Pettersson Sinfonie Nr. 4 00:37:27
2 Sinfonie Nr. 16 für Altsaxophon und Orchester 00:26:57

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jörgen Pettersson Altsaxophon
Norrköping Symphony Orchestra Orchester
Christian Lindberg Dirigent
 
2110;7318599921105

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