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CD-Besprechung

Elgar Symphony No. 1

BIS 1939

1 CD • 67min • 2012, 2013

29.07.2014

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Die zwei ersten Sinfonien von Joonas Kokkonen, vokalsinfonische Musik von Magnus Lindberg, ein Respighi-Album mit Olli Mustonen sowie die Sinfonien Nr. 5 und 6 von Sergej Prokofieff: Das waren die bisherigen Produktionen, in denen mir der nunmehr 49-jährige Sakari Oramo als ein Dirigent auffiel, für den die Grenzen des „Bedeutungswachstums” erreicht scheinen, der sich also, wenn ich das richtig höre, von der immer tiefer schürfenden und dabei viel zu oft ins Absurde verlierenden Suche nach den „allerletztesten” Verästelungen fernhält, um sich statt dessen durch die Rückbesinnung aufs Wesentliche der Musik zu konzentrieren. Gerade bei der 2012 erschienenen Prokofieff-Einspielung [KlassikHeute 20544] war mir wohltuend aufgefallen, wie durch die Minimierung der „politischen” Ebene bei gleichzeitiger „Beschränkung” auf eine exquisite Orchesterarbeit die ganze Größe der Werke freigelegt wurde: Stalin hin, Schdanow her – über den Bodennebeln und Wolken der Auffassungen und Symbole verstummte jedes Zeitgedicht.

Die zwei britischen Repertoirestücke, die Oramo mit den Königlichen Philharmonikern aus Stockholm eingespielt hat, gehen begreiflicherweise in dieselbe Richtung. Schließlich herrscht weder an der populären Cockaigne-Ouvertüre noch an der ersten Sinfonie des englischen Romantikers der geringste Mangel (ein flüchtiger Blick in den Katalog eines bekannten deutschen online-Vertriebs liefert auf Knopfdruck jeweils unverbindliche zwei Dutzend), weshalb sich ein jeder, der da noch den Stein des Weisen glaubte gefunden zu haben, ohnehin lächerlich machte.

Wir haben es also bei dieser Veröffentlichung nicht mit einem „Muß”, sondern wieder – wie bei Prokofieff und Respighi – mit rundum gelungenen, in sich schlüssigen, klanglich opulenten und zugleich transparenten, von der Aufnahmetechnik überdies vorzüglich ausgeleuchteten Darbietungen zu tun. Die bunten Szenen der London Town folgen einander ohne hektische Betriebsamkeit, und mit wahrer Ergriffenheit hören wir das noble Epos, das Hans Richter einst bei Probenbeginn zur „großartigsten Sinfonie der Gegenwart” erhob. Nun sind derart enthusiastische Absoluta der ersten Stunde kein wirkliches Kriterium. Der eindrucksvolle Bogen jedoch vom ersten bis zum letzten Erscheinen des leitmotivischen Hymnus, das muskulös ausführte Allegro, die sowohl organisch als auch überraschend realisierten Wechsel der Tempi und Stimmungen, die ohne lehrerhaften Zeigefinger aus dem launigen Scherzo ins Adagio und seine unverkennbaren „Wagneriana” übergehende Streicherlinie und die nicht minder natürliche, unverkrampfte Überhöhung durch das Finale lassen, wenn sie so aus sich selbst heraus musiziert werden wie in der vorliegenden Version, nicht den geringsten Zweifel am hohen Rang der Komposition aufkommen. Und das ist, ich wiederhole es gern, an sich schon eine Leistung.

Rasmus van Rijn [29.07.2014]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Edward Elgar
1Sinfonie Nr. 1 As-Dur op. 55 00:52:14
5Cockaigne op. 40 (In London Town, Konzertouvertüre) 00:14:11

Interpreten der Einspielung

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