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CD-Besprechung

Carl Philipp Emanuel Bach Piano Concertos

Carl Philipp Emanuel Bach<br />Piano Concertos

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 18.02.14

hänssler CLASSIC 98.027

1 CD • 59min • 2013

Carl Philipp Emanuel Bachs bekanntes Konterfei auf dem Laptop, auf dem Tablet – und jetzt auf dem Smartphone: Die drei bisher erschienenen CDs des Pianisten Michael Rische (die ersten beiden mit dem Leipziger Kammerorchester unter Morten Schuldt-Jensen) und die vorliegende mit der Kammersymphonie Leipzig (die ohne Dirigent auskommt) lassen zumindest optisch keinen Zweifel, dass man zum 300. Geburtstag des Berliner oder Hamburger Bach etwas Frisches, Freches oder Futuristisches im Sinn hat. Dementsprechend begeistert reagierte denn auch die nationale und internationale Kritik, wie wir aus den dankenswerterweise beigegebenen Besprechungen verschiedener kenntnisreicher Großinstitutionen erfahren dürfen. Es ist der Hörerschaft doch immer wieder eine Stütze zu erfahren, worauf sie bei der Rezeption zu achten und daß sie sich von allzu subjektiven Empfindungen zu hüten hat.

Ich wage dennoch nach mehreren kompletten und selektiven Durchläufen der Produktion die Behauptung, dass zwischen den klugen, auf vieler Überlegung und Kenntnis basierenden Kommentaren des Solisten und einer tatsächlich anrührenden Verwirklichung eben dieser Betrachtungen durchweg eine klitzekleine Lücke klafft. Die vielfältigen „Abtönungen“, die Rische in seinen Erläuterungen ganz richtig beschreibt, die Notwendigkeit, „einen Ton auf das wärmste blühen zu lassen und ihn im nächsten Moment wieder so zu veschließen, dass er höchste rhythmische Prägnanz erhält“; der singende, mitunter gewissermaßen clavichordisch zu differenzierende Anschlag – alles wird bei der praktischen Umsetzung zweifelsfrei angestrebt und dabei um jene elementare Winzigkeit verpaßt, die aus der Note das Ereignis macht und aus dem Anschlag der richtigen Taste das wahre Leben herauslöst: „Es gehört hiezu eine Freyheit, die alles sclavische und maschinenmäßige ausschliesset. Aus der Seele muß man spielen, und nicht wie ein abgerichteter Vogel“, zitiert Michael Rische den Mann, von dessen völligem Aufgehen mit seinen Welten sich die Zeitgenossen bedingungslos mitnehmen ließen.

Noch einmal: Es fehlt weder an den technischen Voraussetzungen noch an dem Intellekt; die Tempi der Werke sind sehr angenehm aufgefaßt und sollen nicht Substanz durch bloß staunenswerte Schnurren ersetzen; auch herrscht kein Mangel an orchestralem Wohlklang und Muskelspiel; das doppelkonzertante Zusammenwirken mit Rainer Maria Klaas (auch er einer der „vielseitigsten Interpreten“, die uns in fast jedem Booklet begegnen) ist naht- und reibungslos organisiert. Und wenn da nicht immer erst die Erwägung zu spüren wäre, wenn nicht der Verstand den freien Flug des Vogels merklich zügelte, wenn also Konzept und Tat ineinander fielen – dann hätte ich nicht gezögert, der Produktion eine Ehrenpforte zu errichten. Eine leise Widersprüchlichkeit hindert mich daran.

Rasmus van Rijn [18.02.2014]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C.Ph.E. Bach Klavierkonzert d-Moll Wq 22 00:21:49
4 Konzert G-Dur Wq 43/5 für Klavier solo 00:12:27
7 Konzert F-Dur Wq 46 H 408 für 2 Cembali und Orchester 00:24:04

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Michael Rische Klavier
Rainer Maria Klaas Klavier ad lib.
Kammersymphonie Leipzig Orchester
 
98.027;4010276026617

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