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CD-Besprechung

Gelius Trio
Oblivion

Gelius Trio<br />Oblivion

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 06.02.14

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Thorofon CTH2610

1 CD • 64min • 2013

Jazz- und Folkloreinspirierte Musik des 19. und 20. Jahrhunderts stehen im Mittelpunkt dieser neuen CD mit dem Münchner Gelius-Trio. Das Ensemble ist mit einem Konzertmeister und einem Solocellisten der Münchner Philharmoniker sowie der Pianistin Micaela Gelius prominent besetzt. Zum Auftakt erklingt Paul Schoenfields Café Music, ein eklektischer Mix aus Jazz, Blues, Rag, Klezmer und „Moderne“. Hübsch anzuhören, nicht mehr aber auch nicht weniger. In jedem Fall kann man den Spaß hören, den die Interpreten damit hatten.

Musik von Astor Piazzolla, dem Schöpfer des Tango nuevo, nimmt einen Großteil des weiteren Programms ein. Das zentrale Werk sind Las cuatro estaciones porteñas (Die vier Jahreszeiten in Buenos Aires) in der Bearbeitung von José Bragato, einem langjährigen Mitmusiker Piazzollas. Schon die ersten Töne faszinieren. Besonders hervorzuheben sind die ausnehmend schönen Soli der beiden Streicher. Auch in Oblivion, La Muerte del Angel und dem bekannten Libertango vereinen sich die charakteristischen Merkmale von Piazzollas Stil: Melancholie, Leidenschaft und Temperament, gepaart mit einem in seiner klassischen Ausbildung wurzelnden Formsinn. Joaquín Turinas Circulo beschreibt in musikalischen Stimmungsbildern den Verlauf eines Tages, vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang. Ohne Isaac Albéniz’ berühmten Tango aus der Klaviersuite España (hier im Arrangement von Werner Thomas-Mifune) würde in diesem Umfeld etwas fehlen. In der Ausführung mangelt es mir hier aber am letzten Quäntchen agogischer und dynamischer Raffinesse.

Klanglich wirkt die Aufnahme sehr direkt, der kleinen kammermusikalischen Besetzung durchaus angemessen. Für mich hätte es ein wenig räumlicher sein dürfen, aber das ist letztlich Geschmackssache. Das Booklet bietet interessante Hintergrundinformation zu den Stücken und Interpreten, wirkt optisch (wie leider des öfteren bei Thorofon) jedoch etwas lieblos, sowohl bezüglich des Textlayouts, als auch wegen eines völlig unprofessionell belichteten, falsch kontrastierten Fotos der Interpreten. Schlussendlich zählt aber die ausgezeichnete Balance der Instrumente untereinander und das hervorragende Zusammenspiel der drei Musiker.

Heinz Braun [06.02.2014]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P. Schoenfield Café Music 00:15:33
4 A. Piazzolla Las Cuatro Estaciones Porteñas 00:24:29
8 Oblivion 00:03:47
9 La Muerte del Ángel 00:03:30
10 J. Turina Circulo op. 91 00:09:59
13 I. Albéniz Tango op. 165 Nr. 2 00:02:21
14 A. Piazzolla Libertango 00:02:55

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
GeliusTrio Ensemble
 
CTH2610;4003913126108

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