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CD-Besprechung

Hieronymus Praetorius

Sämtliche Magnificat-Kompositionen und andere Werke für Orgel

Hieronymus Praetorius

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 06.09.12

Klassik Heute
Empfehlung

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cpo 777 345-2

2 SACD • 2h 16min • 2007

Hieronymus Praetorius (1560-1629) ist das erste prominente Mitglied einer bedeutenden Dynastie von Hamburger Organisten und Kirchenmusikern des 17. Jahrhunderts, die von seinem Vater Jakob begrüündet wurde. Dieser war aus Magdeburg nach Hamburg eingewandert, wo er ab 1552 als Schreiber in St. Jacobi nachweisbar ist, wenige Jahre später ist auch seine Wirksamkeit als Organist bezeugt. Hieronymus wurde zunächst in Hamburg ausgebildet, setzte seine Studien in Köln fort, um ab 1580 als Stadtkantor in Erfurt zu wirken. Zwei Jahre später kehrte er nach Hamburg zurück, war dort zunächst Substitut seines Vaters, nach dessen Tod 1586 Nachfolger als Organist an St. Jacobi. Das Werk von Hieronymus Praetorius ist im Gegensatz zu dem seines Vaters gut überliefert: Seine Kompositionen wurden bereits zu Lebzeiten im Druck veröffentlicht. Die Hamburger Familie Praetorius ist übrigens mit dem Wolfenbütteler Kapellmeister Michael Praetorius (1571-1621), der durch sein Werk Syntagma Musicum Berühmtheit erlangte, nicht verwandt – Praetorius ist eine Latinisierung des verbreiteten deutschen Namens Schultheiß oder Schulte bzw. Schulze. Drei der vier Söhne von Hieronymus Praetorius wurden Organisten, zwei von ihnen wirkten in Hamburg: Jakob an St. Petri, Johann an St. Nikolai.

Das Rückgrat dieser Doppel-CD bilden Magnificat-Zyklen in den acht Kirchentönen. Sie entstanden zur Ausführung des Magnificats im Wechsel von Gesang und Orgelspiel während des Vespergottesdienstes. Hymnen, ebenfalls für die Vesper, weitere liturgische Musik sowie zwei große Choralfantasien runden das Programm zu einem Porträt des Hieronymus Praetorius ab.

Friedhelm Flamme, der bereits dem Sohn Johann Praetorius eine vorzügliche CD gewidmet hat, zeigt sich hier als stilsicherer Interpret frühbarocker Orgelmusik. Als Instrument hat Flamme die Orgel des Hamburger Baumeisters Hans Scherer in der Stephanskirche zu Tangermünde gewählt, die nach verschiedenen Umbauten in den vergangenen Jahrhunderten zu Beginn der 1990er Jahre in einer aufwendigen Rekonstruktion durch die Potsdamer Orgelbaufirma Schuke weitgehend an die originale Disposition angenähert werden konnte. Mit dem größten zusammenhängenden Pfeifenbestand aus der Zeit ihrer Erbauung 1624 birgt die Orgel einen unschätzbaren Wert.

Somit präsentiert diese Doppel-SACD in hervorragender Klangqualität bedeutsame Zeugnisse der Kirchenmusik aus der Wende vom Jahrhundert der Reformation zum 17. Jahrhundert, das während seiner ersten 50 Jahre in Deutschland nicht nur durch die Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges geprägt ist, sondern auch eine überaus reiche Musik hervorgebracht hat.

Detmar Huchting [06.09.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

CD 1
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. Praetorius Magnificat primi toni 00:07:03
2 Magnificat secundi toni 00:06:27
3 Wenn mein Stündlein vorhanden ist (Choralfantasie) 00:07:02
4 Magnificat tertii toni 00:10:23
5 Magnificat quarti toni (aus Canticum Beatae Mariae Virginis seu Magnificat, Hamburg 1622) 00:09:00
6 Lucis Creator optime 00:04:51
7 Veni Creator Spiritus 00:06:28
8 Veni Redemptor Gentium 00:05:09
9 Christ, unser Herr, zum Jordan kam (Choralfantasie) 00:08:22
CD 2
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Magnificat quinti toni 00:10:16
2 Magnificat sexti toni 00:08:14
3 Kyrie summum 00:06:10
4 Gloria in excelsis Deo / Et in terra summum 00:05:11
5 Sanctus summum 00:02:24
6 Agnus Dei 00:03:44
7 Sequentia Sancti Spiritus adsit nobis gratia 00:03:02
8 In exitu Israel de Aegypto (Psalm 113) 00:02:40
9 Magnificat germanice 00:03:25
10 Magnificat septimi toni 00:14:15
11 Magnificat octavi toni 00:11:29

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Friedhelm Flamme Orgel
 
777 345-2;0761203734528

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