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CD-Besprechung

Engelbert Humperdinck String Quartets & Piano Quintet

cpo 777 547-2

1 CD • 79min • 2007

29.03.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Der Komponist Engelbert Humperdinck existiert heute im Bewusstsein der Musikfreunde fast nur noch durch seine Opern Hänsel und Gretel und Königskinder. Seine Schauspielmusiken zu Shakespeare-Dramen sind weitgehend vergessen ebenso wie seine Maurische Rhapsodie, und nur selten begegnet man dem Streichquartett C-Dur, das Humperdinck 1920, ein Jahr vor seinem Tod komponierte. Dass er bereits in jungen Jahren verschiedene Kammermusikwerke komponiert hat, wurde erst in letzter Zeit durch Erstveröffentlichungen bekannt. Die Stücke entstanden überwiegend während Humperdincks Kölner Studienzeit 1872-1876, während der er regelmäßig im Hausmusikkreis des Siegburger Amtsrichters Degen musizierte, und zeigen bereits deutlich eine persönliche Handschrift. Das Hauptwerk ist das halbstündige Klavierquintett g-Moll von 1875, dessen feierlicher Adagio-Mittelsatz „In memoriam Defunctae" dem Andenken an Humperdincks im Alter von 17 Jahren verstorbene Schwester gewidmet ist.

Das gefällige Menuett Es-Dur für Klavierquintett von 1872, das früheste dieser Werke, wartet mit einem dramatischen Moll-Trio auf. Von seinen Streichquartetten in e-Moll und c-Moll hat Humperdinck jeweils nur den ersten Satz fertiggestellt. Das erste ist in romantisch-schwärmerischem Ton gehalten, während das zweite feine kammermusikalische Durcharbeitung zeigt. Mit diesem gewann Humperdinck 1876 den Frankfurter Mozart-Preis, der ihm ein Weiterstudium in München ermöglichte. Aus der Münchner Zeit stammt das ausdrucksvolle Notturne G-Dur für Violine und Streichquartett. Erst gut vierzig Jahre später wendete sich der Komponist noch einmal der Kammermusik zu. Das C-Dur-Quartett, sein letztes vollendetes Werk, mag in Bezug auf die Moderne von 1920 anachronistisch wirken, zeigt aber nochmals sein Gespür für einprägsame Melodik, seinen Sinn für große harmonische Bögen und seine kontrapunktische Kunstfertigkeit.

Das 1998 in München gegründete Diogenes Quartett spielt zurückhaltend und differenziert, nur der Flügel klingt im Verhältnis dazu stellenweise etwas grobschlächtig. Lydia Dubrovskaya gestaltet das Violinsolo im Notturno mit pastoser Tongebung. Insgesamt eine hübsche Ergänzung des Kammermusikrepertoires.

Sixtus König † [29.03.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Engelbert Humperdinck
1Streichquartett C-Dur 00:17:46
4Klavierquintett G-Dur 00:30:00
7Menuett Es-Dur für Klavierquintett 00:07:17
8Streichquartettsatz e-Moll 00:12:10
9Streichquartettsatz c-Moll op. 38 00:06:56
10Notturno G-Dur für Violine und Streichquartett 00:04:54

Interpreten der Einspielung

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